Eine eigene Sitzung des Marktgemeinderats Seinsheim nur für die Verabschiedung des Haushalts hatte Bürgermeisterin Ruth Albrecht einberufen. Diese geschah einstimmig. Das Gesamtvolumen beträgt 4,25 Millionen Euro.

"Wir haben weiter einen angespannten Haushalt, auch wenn wir noch ohne Kreditaufnahme in diesem Jahr auskommen", leitete die Bürgermeisterin in die Debatte um den Haushalt 2022 ein. Trotzdem habe sich der Marktgemeinderat entschlossen, einige Projekte auf den Weg zu bringen.

Kämmerer Wolfgang Schmer stellte die Eckdaten des Haushalts dem Marktgemeinderat vor. Heuer sei noch kein Kredit nötig, in den Finanzplanjahren 2023 sind dann 237.900 Euro und 2024 767.500 Euro an Kreditaufnahmen vorgesehen.

Kämmerer: Man muss weiter umsichtig planen

Durch die verbesserte Zuführung im Planjahr 2022 vom Verwaltungshaushalt zum Vermögenshaushalt in Höhe von 8600 Euro – im Vorjahr hatte es hier noch ein Minus von 60.500 Euro gegeben – und in den Finanzplanjahren 2023 bis 2025 mit durchgehend positiven Zuführungen, bezeichnete Schmer den diesjährigen Haushalt als verbessert und stabiler. Damit die dauernde Leitungsfähigkeit erhalten bleibe, bedürfe es weiter einer umsichtigen Projektplanung und Umsetzung.

Auf der Einnahmenseite des Haushaltes stehen im Verwaltungshaushalt (Volumen: 1,93 Millionen Euro) die Grundsteuer A und B mit 122.000 Euro. Die Gewerbesteuer ist mit 65.000 Euro veranschlagt, die Einkommenssteuer- und Umsatzsteuerbeteiligung beträgt 564.500 Euro. An Schlüsselzuweisungen erhält die Marktgemeinde Seinsheim 606.200 Euro. Auf der Ausgabenseite stehen die Kreisumlage mit 415.500 Euro, die Umlage an die Verwaltungsgemeinschaft Marktbreit mit 185.200 Euro und die Zinsen für laufende Kredite in Höhe von 2400 Euro.

Größter Brocken ist das Dorfgemeinschaftshaus

Im Vermögenshaushalt steht das Geld für die Investitionen bereit. Größter Brocken ist das Dorfgemeinschaftshaus in Iffigheim. 1,1 Millionen Euro sind im Haushalt dafür heuer vorhanden. Weitere Posten sind der Glasfaseranschluss im Rathaus (85.000 Euro), die Ersatzbeschaffung eines Löschfahrzeugs für die Feuerwehr Seinsheim (230.000 Euro), Jugendhaus (140.000 Euro) – falls sich nicht noch eine andere Lösung verwirklichen lässt, Planung für die Erweiterung des Kindergartens (50.000 Euro), Straßenschäden (50.000 Euro) und Regenüberlaufbecken Tiefenstockheim (60.000 Euro).

Bei der Haushaltsberatung kam die Anfrage aus den Reihen des Marktgemeinderats, ob die Gemeinde eventuell schon jetzt eine zinsgünstige Kreditaufnahme tätigen könne, um die Projekte in den kommenden Jahren zu finanzieren. Dem erteilte Kämmerer Schmer eine Absage, da vorsorgliche Kreditaufnahmen wegen eines aktuell günstigen Kreditmarkts haushaltsrechtlich nicht erlaubt sind.

Noch immer besteht der Marktgemeinderat Seinsheim nur aus elf Mitgliedern. Für den zurückgetretenen Tiefenstockheimer Marktgemeinderat Stefan Müller im März liegt noch keine Zusage vom Listennachfolger Stefan Röllinger vor.