Hinter dem Offensichtlichen wird es spannend. Die Grafikerin Gisela Plettau mag es, hinter die Fassade zu schauen.

Die Mitinhaberin des „Ateliers für Gestaltung“ in Würzburg hat sich ins Fotofach und auf italienische Friedhöfe begeben, um Kunstblumen aufzunehmen. Herausgekommen ist die Reihe „NATURA.MORTA“ – Künstliches, das in prachtvoller Üppigkeit gegen das Sterben und Vergehen anblüht.

Seit Donnerstag sind ihre Bilder im Gattenhaus in der Sulzfelder Kettengasse zu sehen. Hausherrin Claudia Gattenlöhner hat sich auf die Fahnen geschrieben, künftig „Schönes, Witziges und Schräges“ auszustellen, eine gute Kombination. Schön, witzig und ein wenig schräg war auch die Einführungsrede von Matthias Wagner.

Der promovierte Leiter des kommunalen Eigenbetriebes Kloster Bronnbach attestierte Gisela Plettau bei der Vernissage ein „drängendes Entdeckerwesen“ und lud ein zu einem humorvollen Parforceritt durch die Geschichte der (Kunst)-Blume.

Auf den ersten Blick zeigen die Fotos der 51-Jährigen harmonische Farben und Formen. Sind das Blumen? Ja. Schon . . . Plettau geht ganz nah heran an ihre Motive und zwingt dazu, ein zweites und ein drittes Mal hinzuschauen. So wird eine Form zu einer Nahtstelle und die vermeintliche Natur entfaltet haltbaren Plastikcharme. Oder, wie es in der Einladung zur Ausstellung formuliert ist: „Bei der Vertiefung in das opulente Trugbild entdecken die Betrachtenden die Welten hinter dem Offenbaren.“

Die Ausstellung im Gattenhaus ist bis 3. September zu sehen: Donnerstag und Freitag, 14 bis 18 Uhr; Samstag 10 bis 14 Uhr.