An der Frage, welche Richtung der Markt Abtswind beim Thema Kläranlage einschlägt, hängt einiges für die Zukunft der Gemeinde. Das wurde in der Sitzung des Gemeinderats deutlich, als dort das Investitionsprogramm und der Haushalt für das kommende Jahr besprochen wurde. Insgesamt zeigte sich Bürgermeister Jürgen Schulz zufrieden mit dem voraussichtlich 2,9 Millionen Euro umfassenden Zahlenwerk für 2022.

"Wir brauchen keinen Kredit, weil wir viele Maßnahmen aus dem letzten Jahr mit in das neue Haushaltsjahr nehmen", sagte Schulz mit Blick auf die Zahlen. Ein sicheres Polster hat Abtswind beim Thema Rücklagen, wo 2,8 Millionen Euro im Etat aufgeführt sind.

Größter Punkt bei den Investitionen ist der Grunderwerb. Hier hat die Gemeinde im Vorgriff einiges an Geld eingestellt. Ein neues Gewerbegebiet soll erschlossen werden, doch das ist nach wie vor erst möglich, wenn klar ist, wie es mit der Kläranlage weiter geht. Die Gemeinde hat zwar eine Genehmigung zum Betrieb der Abwasseranlage, die bis 2029 läuft. Kommt jedoch das Gewerbegebiet dazu, reicht die bestehende Anlage nach Ansicht des Wasserwirtschaftsamtes nicht aus.

Anschluss ans Klärwerk Wiesentheid oder eigene Lösung

Abtswind muss also investieren, entweder in einen Anschluss ans Klärwerk nach Wiesentheid oder in eine eigene Lösung. Wie viel, das sei nicht nicht klar. Derzeit sei noch eine Betrachtung offen, so der Bürgermeister, der auf eine baldige Lösung drängt. "Wir müssen spätestens Anfang kommenden Jahres in die Pötte kommen." Er, so Schulz, rechne bis spätestens Anfang Februar mit einer Entscheidung.

Im Raum steht außerdem die Erschließung von weiterem Bauland. Für erste Planungen ist vorsorglich Geld eingestellt. Hinzu kommen in Abtswind kleinere Posten wie die Sanierung des unteren Torhauses, die schon für dieses Jahr angedacht war (100 000 Euro). Unter anderem sind im Haushalt Verbesserungen an einem Regenrückhaltebecken im Ort eingeplant. Im Haus des Gastes will die Gemeinde Toiletten erneuern, dazu soll die Bestuhlung und das Geschirr ergänzt werden.

Außerdem bewilligte der Gemeinderat in seiner Sitzung eine Unterstützung an die Evangelische Kirchengemeinde von 3000 Euro aus dem Kulturfonds. Das Geld soll für die Chöre in Abtswind verwendet werden. Der Evangelischen Kirchengemeinde war ein Zuschuss der Landeskirche gestrichen worden, deswegen habe man sich an die Gemeinde gewandt, hieß es.

Preise für das Freibad steigen

In der Sitzung berichtete Bürgermeister Schulz, dass die Gemeinde nun gemeinsam mit den Nachbarorten Castell und Wiesenbronn eine Maschine zur Vernichtung von Unkraut auf Heißwasserbasis kauft. Das Gerät soll in Castell stehen und wird bei Bedarf dort geholt.

Etwas erhöht wurden die Eintrittspreise für das gemeindeeigene Freibad. So zahlen Erwachsene künftig drei Euro für den einmaligen Besuch (zuvor 2,50 Euro), die Dauerkarten steigen von 40 auf 50 Euro. Bei den Kindern bleiben die Preise wie im Vorjahr bei 1,50 Euro, beziehungsweise 25 Euro.

Mehr kosten wird künftig auch das Amtsblatt der VG. So steigt der Preis von 15 auf 22 Euro jährlich pro Bezieher. Den Rest, das sind noch einmal 22 Euro pro Abonnent, übernimmt die Gemeinde.