Zum Ersten, zum Zweiten und zum Dritten! Auktionator und Bürgermeister Heinz Dorsch hätte dies gerne 50 Mal gesagt, doch bei der Versteigerung der Möbel und kleineren Gegenstände aus dem ehemaligen Amtshaus in Seinsheim war der Andrang zwar groß, die Zahl der Bieter aber eher gering.

In der zum Amtshaus gehörenden Scheune waren die vom Gemeinderat in einer gemeinsamen Aktion ausgeräumten Stücke schon vor Beginn der Auktion ausgestellt. Nähmaschinen, Schränke älteren und jüngeren Datums, Tische, Stühle, Bilder und Geweihe waren aufgereiht und mit einem Startpreis versehen.

Keine Hand rührte sich

Der Reihe nach wollte Bürgermeister Heinz Dorsch, assistiert von den beiden Gemeinderätinnen Carina Weismüller und Manuela Dorsch, die Möbelstücke versteigern. Doch schon beim ersten Tisch rührte sich keine Hand in der Menge. Auch bei der ersten von drei Nähmaschinen fand sich nicht die geringste Spur eines Interessenten.

„Hat überhaupt jemand Interesse?“, fragte Dorsch dann einmal sicherheitshalber nach. Prompt nannten einige der Kaufwilligen die Holztruhe als ihren Favoriten. Schlanker als gewöhnliche Holztruhen trug sie außen schöne geschnitzte Verzierungen. Sie war nicht alt, aber sie gefiel und nach wenigen Minuten war der Startpreis von 50 Euro verdoppelt und Florian Bergmann hatte sie für 100 Euro ersteigert.

Ein Nudelholz für drei Euro

Dann fand das alte hölzerne Nudelholz für drei Euro eine neue Besitzerin. Als Liebhaber alter Gebrauchsgegenstände erwies sich Erich Dorsch, der eine alte Holzgabel und einen großen Kochlöffel ersteigerte. Gemeinderat Stephan Jamm freute sich über den Erwerb eines Geweihs, die anderen beiden Geweihe brachte der Auktionator später auch noch an die Frau, als er fragte, wer denn überhaupt noch Interesse an einem Gegenstand habe. Die Preise waren dann frei verhandelbar.

So fand dann auch der weiße Küchenstuhl noch eine neue Besitzerin, während die Jugendstilstühle in der Scheune bleiben mussten.

Freude über Holzhocker

Veronika Sämann erwarb einen kleinen massiven Holzhocker. „Jetzt kommt der Plastikhocker weg“, sagte sie lachend. Auch etliche der alten Bilder mit überwiegend christlichen Motiven wechselten schließlich noch den Besitzer, darunter auch ein zur damaligen Zeit übliches Geburtstagsbild von 1918, das eine Verbindung von Zeubelried nach Scheinfeld belegt. Käufer fanden sich dann noch für einen alten Spazierstock, einen vollständigen Besteckkasten und zu guter Letzt auch für einen Schrank.

Den letzten Kauf tätigte Heinz Dorsch selbst. Er kaufte vier Fähnchen, die in Seinsheim traditionell bei Prozessionen an den Häusern angebracht werden. Nicht für sich, sondern für seine Tochter Manuela, denn die müsste vier am Haus anbringen, hatte aber bislang nur zwei.

Rund 260 Euro waren am Schluss in der Kasse, nicht ganz so viel wie erhofft, aber immerhin etwas. Für die übrigen Teile will man jetzt vielleicht noch per Kleinanzeige Käufer finden.