Das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Kitzingen ist mit seiner Abteilung Gartenbau Teil eines innovativen Bundesforschungsprojektes zu biologisch vollabbaubaren Folien. Für eine ertragreiche Gemüseernte ist es im Anbau notwendig, konkurrierende Beikräuter in Schach zu halten. Bisher kommen hierfür einerseits Herbizide zum Einsatz, die möglicherweise umwelt- und gesundheitsschädlich sind, schreibt das Amt in einer Pressemitteilung. Andererseits werden Unkräuter durch Folienabdeckung am Wachsen gehindert oder mechanisch bekämpft.

Ob ein umweltschonendes Mulchmaterial aus nachwachsenden Rohstoffen eine wirksame physikalische Barriere gegen Unkräuter darstellt, will nun ein Forschungsverbund näher untersuchen. Dazu haben die Wissenschaftler am Technologie- und Förderzentrum (TFZ) ein spritzbares Mulchmaterial entwickelt, das aus nachwachsenden Rohstoffen besteht. Es ist biologisch abbaubar und reichert sich nicht im Boden an. Auf physikalischem Weg werden Unkräuter in der Keimung gehemmt und am Wachstum gehindert.

Projektleiter Dr. Edgar Remmele vom TFZ zeigt sich optimistisch: „Unsere Vorversuche im Weinbau und auf landwirtschaftlichen Flächen stimmen uns zuversichtlich, dass wir ein praxisgerechtes umweltschonendes Verfahren zur Beikrautkontrolle etablieren können.“ Im Verbund mit den Landtechnikspezialisten Amazonen-Werke und Schmotzer Hacktechnik soll die Machbarkeit eines Applikationsgeräts untersucht werden. Die Praxistauglichkeit des Verfahrens wird gemeinsam mit dem AELF in Kitzingen und mit Begleitung der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau untersucht. Über zwei Jahre soll mit Gemüsebaubetrieben in Unterfranken und Niederbayern getestet und entwickelt werden.

Dr. Andreas Becker, Leiter der Abteilung Gartenbau am AELF in Kitzingen, freut sich darüber, dass ein Versuchsstandort in Albertshofen sein wird. „Damit können wir die Forschungsergebnisse sofort für die Gärtner in Unterfranken umsetzen." Mit diesem Projekt sei es gelungen, dass das AELF Kitzingen zum ersten Mal an einen Bundesforschungsprojekt beteiligt ist“, betont Behördenleiter Gerd Düll.

Gefördert wird das Vorhaben durch die Deutschen Bundesstiftung Umwelt im Rahmen der Förderinitiative „Vermeidung und Verminderung von Pestiziden in der Umwelt“.

Weitere Informationen unter www.tfz.bayern.de