Keine Umgestaltung des Alten Hafens in Marktsteft - die Stadträte der Freien Wähler Marktsteft melden sich mit dieser Forderung zu Wort. In einem offen Brief begründen Bernhard Etzelmüller, Dirk Albrecht, Peter Himmel und Sebastian Schneider, warum das Projekt aus ihrer Sicht derzeit keinen Sinn mehr macht. Zuletzt hatte der Kreisausschuss die Stadt aufgefordert, das Vorhaben noch einmal zu überdenken. Der Kreis hatte die Liegenschaft zu einem Drittel für seine Umweltstation nutzen wollen, die Pläne dafür zuletzt aber vorerst zurückgezogen. 

Die vier Stadträte signalisieren jetzt: Mit uns wird es das Millionenprojekt nicht geben. Sie sprechen von einer "mangelnden und nicht offenen Kommunikation, Information und leider auch nicht zielführenden Abwicklung dieses großen Projektes".

Weiter heißt es:  "Weder Stadtrat noch Bürger wurden bis heute eingehend und definitiv über die tatsächlich auf Marktsteft und seinen Stadtteil Michelfeld zukommenden Kosten, sei es die förderfähigen als auch die noch nichtgedeckelten, deren Umfang ja noch gar nicht abzusehen ist, informiert." Man wisse bis heute nicht, welche Zuschüsse in welcher Höhe fließen und woher diese kommen sollen. 

Mit dem Projekt würde sich die Stadt "in einer für unsere Nachkommen kaum finanzierbaren Höhe verschulden".  Dabei habe man "seit langem wirklich dringend erforderliche Investitionen für Kindergarten und Kläranlage". Deshalb sei es "nur legitim, hier Bedenken zu äußern. Dies hat nichts mit fehlendem Mut zu tun, sondern mit reinem Realismus."

In dem Schreiben kündigen Bernhard Etzelmüller und Peter-Michael Himmel an, ihre "positive Entscheidung aus der Abstimmung vom 22. September 2020 zurückzunehmen". Die Kostenbelastung für die Stadt sei einfach zu groß. Dirk Albrecht und Sebastian Schneider hatten damals bereits gegen das Projekt gestimmt.

Abschließend heißt es, dass "die Planungsarbeiten, die bisher angefallen sind, nicht verloren gehen, sondern der Stadt zum Großteil bei Wiederaufnahme des Projekts in anderer Form zu einem späteren Zeitpunkt wieder zugute kommen". Jetzt aber müsse sich Marktsteft "auf das Wesentliche konzentrieren". 

Zudem fordern die Unterzeichner, dass die nächste Stadtratssitzung am 15. Dezember öffentlich sein müsse, "da alle Bürger das Recht haben, über die künftig auf sie mit diesem Projekt zukommenden Belastungen informiert zu werden". In der Mehrzweckhalle gebe es dafür trotz Corona entsprechend viel Platz.