Förster haben es nicht leicht. Waldumbau in Zeiten des Klimawandels ist besonders für kommende Jahrzehnte dringender denn je, der Borkenkäfer lässt auch nicht locker und viele Setzlinge gaben aufgrund der extremen Trockenheit ihren Geist auf. All das trat am Dienstag in der Sitzung des Wiesenbronner Gemeinderats zu Tage, als es um den Jahresbetriebsplan für den Gemeindewald ging. Der wurde einstimmig abgesegnet.

„Die Pflanzen haben unter der Trockenheit schwer gelitten und die Ausfallquote liegt zwischen 70 bis 100 Prozent“, erklärte Revierförster Max Bartholl. Diese Ausfälle machten Nachpflanzungen nötig, zum Teil in dreijährigen Kulturen; „aber solange es so trocken bleibt, werden wir nichts unternehmen“. Der Forstmann berichtete auch von Versuchen, die Setzlinge zu gießen, „aber das haben wir dann aufgegeben“. Auf Fragen zur Fichte gab es die Auskunft, dass es im Wiesenbronner Wald keinen größeren intakten Bestand mehr gebe, was durch den Borkenkäfer und in diesem Jahr durch die Trockenheit verursacht werde. Der Käfer bereite zunehmend Sorge, „er ist auch in den Lärchen auf dem Vormarsch, weshalb Fichten und Lärchen eingeschlagen werden mussten und es gibt vermutlich im Frühjahr noch mehr Käferholz“.

Auch Asylbewerber einsetzen

Bartholl machte den Vorschlag, den angestrebten Einschlag von rund 1000 Festmetern zu erhöhen und auch in gesunde Fichtenbestände einzugreifen, „um die Stammzahlen zu reduzieren, damit für den Restbestand mehr Wasser zur Verfügung steht und die Individuen vitaler in das Frühjahr starten“. Reinhard Hüßner sprach sich dafür aus, die Fichten komplett zu entnehmen, um so den Neuaufbau für nachhaltigen Waldbau zu unterstützen: „Wir müssen da langfristig denken.“ Das hielt der Förster für keine gute Idee: „Wir brauchen den Schirm von Fichten und Kiefern für junge Laubbäume, ansonsten nehmen zum Beispiel Brombeeren überhand.“

Zu den übrigen Unternehmungen erklärte der Förster, dass eine Verbindung zwischen dem oberen Grenzweg und dem Mittelhangweg mittels eines Rückwegs geschaffen werden soll. Die Holzernte werde wie gehabt mit örtlichen Mitarbeitern oder mit Maschinen über die Bühne gehen. Zudem gebe es Arbeiten in den Bereichen Zaunbau und Pflanzungen sowie Pflegemaßnahmen. Diese würden vor allem in gut entwickelten Naturverjüngungen nötig, wo der Weißdorn sich zu sehr ausbreite, „da könnten wir auch Asylbewerber einsetzen“.