Sie kränkelt offensichtlich, die Wohnungspolitik der Stadt Kitzingen. Mängel wurden bereits in Anträgen der ÖDP und der KIK-Fraktion angesprochen. Eine praktische Lösung kommt von der CSU-Fraktion: Die regt in einem Antrag an, die Sanierungen und Modernisierungen der Häuser in städtischem Besitz und die der 100-Prozent-Tochter Kitzinger Bau GmbH unter einem Dach zusammenzufassen.

Die Initiative der CSU kommt nicht aus dem hohlen Bauch. Die 600 Wohnungen der Bau GmbH und die rund 200 Wohnungen der Stadt werden bereits gemeinsam verwaltet – von der Bau GmbH. Das Problem ist der Bereich von Sanierungen und Modernisierungen, bei dem jeder der Partner selbstständig handelt. Die Konsequenz sind Defizite beim städtischen Wohneigentum, die die CSU klar benennt: Die notwendigen Sanierungs- und Modernisierungsaufwendungen „fallen regelmäßig den städtischen Haushaltszwängen zum Opfer“, so heißt es in der Antragsbegründung. Dies führt – wie jüngst von der ÖDP angeprangert – bis hin zu Wohnungen, die im Extremfall zu marode zum Vermieten sind.

Um den Wohnungsbestand nun Stück für Stück zu modernisieren, schlägt die CSU nun ein Arbeiten aus einer Hand vor. Deshalb müsse bis zum Jahresende geprüft werden, wie die städtischen Wohnungen der Bau GmbH übertragen werden könnten. Damit könnten Kosten gespart, die Pflege des Wohnungsbestands effektiver durchgeführt werden.

Quartiersentwicklung notwendig

Als eine der Hauptaufgaben einer „offensiven städtischen Wohnungspolitik“ unter Regie der Wohnungsbaugesellschaft sieht die CSU-Fraktion eine aktiv gesteuerte Quartiersentwicklung. Diese sei in der ganzen Siedlung, besonders aber im Bereich Galgenwasen und Breslauer Straße „absolut notwendig“.

Ziel müsse es sein, den Anteil des sozialen Wohnungsbaus auszubauen – abhängig von den Finanzen. Gleiches gelte auch für die Schaffung von modernen und seniorengerechten Wohnungen in der Altstadt, heißt es.

Das breite Echo auf die schon länger bekannten und immer wieder aufgeschobenen Problemlösungen in der Wohnungspolitik zeigen alleine schon, wie nötig die Sondersitzung zum Thema am 3. Dezember ist. Ob allerdings dieses Thema in dem knappen Zeitrahmen – zur Debatte steht auch die Verwertung der einstigen US-Wohnsiedlung Marshall Heights – abgehandelt werden kann, ist eher fraglich.