Rundum einverstanden war der Wiesenbronner Gemeinderat in der Sitzung am Dienstagabend in der Sporthalle mit den Änderungen für die Gestaltungssatzung, sie wurden einstimmig befürwortet. So sind jetzt zum Beispiel für Maschinenhallen für Dacheindeckungen bis zu 30 Grad Dachneigung Zementfaserwellplatten in der Farbe "rot" zulässig. Die Fensterfarbe ist mit dem Ortsplaner abzusprechen, die Fenster können mit einer Aluschale verkleidet sein. Zugelassen sind Fenster aus Kunststoff, falls die Vorgaben beachtet werden, allerdings finden sie im kommunalen Förderprogramm keine finanzielle Unterstützung.

Bei den Kunststofffenstern dürfen sich die Profilgrößen nicht von denen der Holzfenster unterscheiden, Holzimitate als Oberfläche sind nicht zulässig und die Flügel sind mit einem Wetterschenkel zu versehen. Diskutiert wurde wegen der Holzimitate, wobei sich die Ratsmehrheit für die genannte Bestimmung aussprach. Kunststofftüren wurden nicht befürwortet, allerdings ist ähnlich wie bei den Fenstern eine Aluverkleidung möglich, was aber noch durch den Dorfplaner überprüft werden soll.

Bei den Photovoltaikanlagen (PVA) gibt das Förderprogramm ein einheitliches Bild vor und sie sind zur Stromerzeugung zulässig wie auch thermische Solaranlagen zu Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung. Ein Aufständern der Solarzellen ist nicht zulässig, Beratung und Freigabe durch den Dorfplaner ist notwendig. Auf den Hallen mit Dachneigungen bis zu 25 Grad darf die gesamte Dachfläche mit einer PVA belegt werden, mit der Ausnahme eines 50 cm breiten Streifens an Ortgängen und Traufe.

Ausleuchtung der Rasenfläche an der Bushaltestelle

Dem Ratsgremium lag der Antrag von Martina Ackermann auf Ausleuchtung der Rasenfläche an der Bushaltestelle im Seegarten vor, da die Schulkinder in Herbst- und Winterzeiten an der Haltestelle von 6.45 bis 7.15 Uhr schlecht gesehen werden. Die Antragstellerin schlug eine Beleuchtung mit Zeitschaltuhr am Mehrzweckgebäude vor, wobei heranfahrende Fahrzeuge nicht geblendet werden dürfen. Reinhard Fröhlich begrüßte den Vorschlag, der auch bei Festivitäten genutzt werden könnte. Der Bürgermeister sprach sich für einen Testlauf aus, was im Rat allgemein Gefallen fand.

Auf der Tagesordnung standen auch verschiedene Bauanträge und eine Bauvoranfrage. Aus bauplanrechtlichen Gründen einstimmig abgelehnt wurde der Antrag für ein Wohnhaus gegenüber dem Koboldsee, das sich im Außenbereich befinden würde, zudem gebe es keine Erschließung, wie den Unterlagen zu entnehmen war. Weiter verfolgt werden soll die Bebauung des Grundstücks gegenüber dem Krämerladen mit altersgerechten Wohnungen, so die generelle Zustimmung durch das Ortsparlament. Annette Prechtel sah einen Bedarf an solchen Wohnungen, der Bürgermeister berichtete von einem geteilten Echo zu diesem Thema beim letzten Seniorennachmittag.

Antrag auf Teilbefreiung von der Wasserabnahmepflicht

Beim Antrag zu einer Einfriedung für ein Geschäftshaus mit Wohneinheit in der Webergasse lagen verschiedene Versionen zur Umzäunung vor. Nach Auffassung des Bürgermeisters sollte die Einfriedung der Gestaltungssatzung entsprechen, ein Beschluss wurde nicht gefasst. Bei der Bauvoranfrage zu Abriss und Neubau eines Wohnhauses in der Koboldstraße, das nach Aussage des Dorfplaners grundsätzlich gebaut werden könne, stellte die Ratsrunde das Vorhaben in Aussicht, verwies aber auf die Gestaltungssatzung.

Stattgegeben wurde dem Antrag auf Teilbefreiung von der Wasserabnahmepflicht. Das Brunnenwasser wird für Druckprüfungen im Behälterbau verwendet, ging aus dem Schreiben hervor. Bekannt gegeben wurden der Austausch der Trafostation, die Montage des Glasdachs im Seegarten, das geplante Setzen von zwei Pollern auf dem Weg zum Geisberg und der Holzstrich, der im Januar oder Februar stattfinden wird. Bei der örtlichen Rechnungsprüfung für 2019 gab es einige geringfügige Anmerkungen, die von den zuständigen Stellen in der VG beantwortet wurden. Die Feststellung der Jahresrechnung ergab einen Etat von 4 878 323 Euro für 2019, die Entlastung der VG erfolgte einstimmig. Zur zweiten Änderung des Flächennutzungsplans der Gemeinde Castell gab es keine Einwände.