Zum diesjährigen traditionellen Weltmissionssonntag hat der Mönchskonvent der Abtei Münsterschwarzach eine Gruppe von syrischen und irakischen Christen eingeladen. Statt des großen Klosterfestes mit vielen Besucherinnen und Besuchern stand über das gesamte Wochenende der persönliche Austausch zwischen Mönchen und knapp 50 Gästen im Fokus, wie die Abtei in einem Schreiben mitteilt.

Vor wenigen Jahren haben diese in Leipzig zwei neue Gemeinden, eine syrisch-orthodoxe und eine rum-orthodoxe, gegründet, für die derzeit eine Kirche mit Gemeindezentrum umgebaut wird. Für dieses besondere Projekt habe Abt Michael Reepen OSB die Schirmherrschaft übernommen und unterstütze es durch Spendensammlungen über die Missionsprokura.

"Uns verbindet der gemeinsame Glaube an Christus"

"Wir freuen uns, dass nun eine persönliche Begegnung mit den jungen Gemeinden stattfinden kann. Was uns verbindet ist unser gemeinsamer Glaube an Christus", sagte Abt Michael. Auch der Vorsitzende der syrisch-orthodoxen Gemeinde, Saliba Toutounji, betonte diese Verbundenheit. Er freue sich, mit den Familien in seiner Gemeinde in Münsterschwarzach zu Gast zu sein. Der rum-orthodoxe Priester, Rabih Nassour, übergab Ikonenbilder an die Mönche der Abtei. Als Zeichen seiner Schirmherrschaft bekam Abt Michael im Gegenzug von den Gästen einen Leipzig-Schirm überreicht.

Nach dem ersten Zusammentreffen mit typisch syrischem und irakischem Gebäck, das die Gäste mitbrachten, wurden diese in kleinen Gruppen über das Klostergelände geführt. Anschließend wurde gemeinsam die Vesper gefeiert, ein syrisches Abendessen rundete den Tag ab.

Der Sonntagsgottesdienst wurde ganz in der Tradition des Weltmissionssonntages gefeiert. In diesem Jahr war zwar kein großes Fest mit vielen Gästen möglich, "dennoch möchten wir auf die Sorgen und Nöte anderer Christen aufmerksam machen", so Abt Michael in seiner Begrüßung. Die syrisch-orthodoxen und rum-orthodoxen Christen brachten auch Gesänge und Gebete im Gottesdienst ein. Das Evangelium wurde in Deutsch und Aramäisch vorgetragen, auch das Vaterunser erklang in aramäischer Sprache.

Der Kontakt zu den beiden jungen Gemeinden war über Bruder Andreas Knapp vom Orden der Kleinen Brüder vom Evangelium zustande gekommen, der diese seit 2016 unterstützt und begleitet. Bereits 2017 sei mit der Suche nach Räumlichkeiten begonnen worden: Bis im Herbst 2020 endlich etwas Passendes gefunden wurde, hätten sie viele negative Erfahrungen machen und Absagen hinnehmen müssen, wie es im Presseschreiben weiter heißt. Derzeit warte man auf die Baugenehmigung für den Umbau – und dann kann hoffentlich bald die nächste persönliche Begegnung bereits zur Einweihung von Kirche und Gemeindezentrum stattfinden.