Erst die Kunstlehrerin mit einem selbstgemaltem Bild, dann der Sportlehrer mit einer Ansprache mit vielen Anleihen aus dem Fußball, und schließlich ein Mathe- und Lateinlehrer, der auch noch Singen kann: Die Abiturreden der Lehrer des Franken-Landschulheimes Schloss Gaibach gewinnen von Jahr zu Jahr an Qualität.

Spiel mit Zahlen

Brillant kombinierte Benedikt Behringer seine beiden Fächer, wohl wissend, dass sie nicht bei allen Schülern auf große Gegenliebe stoßen, spielte geschickt mit ein paar Zahlen und verriet auch, wann er selbst sein Abi gemacht hatte.

Dass das Leben kein Zufallsexperiment sei – das die sich durch die Gesetze der Mathematik berechnen lasse – und es eben nicht nur zwei Ergebnisse gebe wie Weiß oder Schwarz und Gut oder Böse, „damit müsst ihr im Leben rechnen“. Mit dem Abizeugnis in der Hand stünden den Abiturienten nun eine „Vielzahl von Studienmöglichkeiten und Ausbildungen“ offen, und dieses Privileg sollten, so Behringer, die Schüler nutzen, „es mit Verstand einsetzen und dem Zufall ein Schnippchen zu schlagen“. Mit dem umgedichteten Lied „An Tagen wie diesen“ verlieh der Lehrer seiner Abirede die Schokostreusel auf dem Sahnehäubchen seines Kunstwerkes.

Vergleich mit der Fußball-WM

Schulleiter Wolfgang Kremer verglich die Verabschiedung der Abiturienten, wie immer in der Sporthalle der Schule, mit der Fußball-Weltmeisterschaft. Dass Deutschland vorzeitig ausgeschieden ist, baute er geschickt in seine Begrüßung ein. Die Schüler hätten dagegen alle gewonnen, sagte er, „dazu waren zwölf Jahre Training, für manche 13 nötig“. Von den 75 Abiturienten müssen einige wenige noch in die Nachprüfung, ehe auch sie ihre Zeugnisse in der Hand halten dürfen.

Im Landkreis leben und arbeiten

Landrätin Tamara Bischof warb bei den Abiturienten dafür, nach Studium oder Ausbildung im Landkreis Kitzingen zu arbeiten. „Unsere Arbeitslosenstatistik liegt bei 1,9 Prozent, also Vollbeschäftigung, und Sie werden hier gebraucht“, sagte sie. Mit viel Durchhaltevermögen hätten sie ein Etappenziel erreicht: „Heute dürfen Sie es so richtig krachen lassen.“

Internatsleiter Ralf Behr verabschiedete sich ebenfalls von „seinen“ Abiturienten, und Gisbert Wagner lud die nunmehr „Ehemaligen“ ein, sich dieser Vereinigung anzuschließen.

Rede und Gesang der Schüler

Mit einer Mischung verabschiedeten sich die Abiturienten Pauline Hagemeier, Theresa Lorey (beide Rede) und Pia Lurz (Gesang). Insgesamt war ihre Ansprache ein einziger Dank an ihre Schule. „Im Großen und Ganzen sind wir sehr dankbar dafür, dass wir ein bayerisches Gymnasium besuchen durften, denn Bildung ist das höchste Gut des Menschen“, brachten sie es auf den Punkt.

Musikalisch sorgte wieder einmal die Schulband für fetzige Unterhaltung, und nach der Zeugnisübergabe durch ihren Oberstufenbetreuer Michael Hessenauer und Direktor Kremer feierten die Schüler im Schlosshof.

Abiturienten des Gymnasiums Franken-Landschulheim Schloss Gaibach

Jan Arnold, Fabian Barthelme, Zoi Bedenk, Emilie Bernhardt, Milena Dörken, Leia Dörr, Tobias Eckhardt, Hanna Eltschka, Emma Endres, Lisa Fast, Nina Florian, Hannah Fuchs, Dennis Full, David Groha, Niklas Gutsch, Pauline Hagemeier, Anna Hawelka, Jannik Heck, Florian Hesselbach, Christine Hillmann, Konstantin Hirt, Sebastian Hirt, Annika Hofmann, Nina Hümmer, Meyra Jackson, Tobias Kammermeier, Timur Karagöz, Elena Keller, Jan Klinger, Franziska Köhler, Maximo Koßner, Katharina Kuhn, Linda Kuhn, Luca Lauer, Marco Lauer, Theresa Lorey, Pia Lurz, Felix Lutz, Franziska Maier, Antonia Martin, Eva Melchior, Michael Meusert, Tamara Mundorff, Annemarie Murr, Linus Neußner, Julia Ott, Kristin Ott, Celine Panzer, Carmen Pernice, Jessica Peschel, Dorothee Reich, Doreen Reinstein, Lena Rekoskum, Patrick Ritschel, Jonathan Roth, Marcel Rottmann, Christin Ruck, Lena Rumpel, Paul Scheuring, Wolfgang Schmitt, Corinna Schüll, Enirco Schwager, Hannah Seger, Anton Speißer, Janik Stöcklein, Christopher Süss, Johannes Teubler, Johannes Theobald, Alicia Welther, David Werbinek, Marius Wiederer, Leon Wiener, Fabio Wolf, Lena Zink.