84 Prozent – mit diesem Ergebnis ist Gerlinde Martin aus Obervolkach zur Direktkandidatin der CSU des Stimmkreises Kitzingen für die Bezirkstagswahl am 14. Oktober gewählt worden. 63 der 75 Delegierten votierten bei der Wahl im katholischen Pfarrheim in Volkach für Martin, acht dagegen, vier Stimmen waren ungültig.

Einzige Kandidatin

Gerlinde Martin war die einzige Kandidatin, die sich den Delegierten zur Wahl stellte, und es war ein Vorschlag des Kreisvorstandes. Martin ist 56 Jahre jung und ist seit 37 Jahren mit ihrem Ehemann Hubert verheiratet. Das Paar hat drei Kinder und zwei Enkelkinder. 1989 trat sie in die CSU ein und sitzt für die Partei seit 1996 im Stadtrat Volkach. Dort ist sie zweite Bürgermeisterin und musste sich dafür von ihrem Amt als Referentin für Jugend, Familie, Soziales und Senioren trennen.

Als CSU-Kreisgeschäftsführerin ist sie die personifizierte Zuverlässigkeit, und ihr Amt als Vorsitzende des Pfarrgemeinderates in Volkach (dort sitzt sie seit 1990) will sie mit der aktuellen Wahl „in jüngere Hände“ übergeben. Wichtig ist ihr auch eine „gute Vernetzung“, vor allem im sozialen Bereich, wie sie als „soziales Gewissen der CSU“ immer wieder betont.

Kritik aus dem Steigerwald

Kurz vor der Wahl äußerte sich Hans-Walter Schmalzbauer (Dingolshausen) kritisch. Im Bereich Dingolshausen, Gerolzhofen und Steigerwald „ist sie nicht so bekannt, da haben wir sie nicht so oft gesehen – das ist doch ein Geschenk für die Freien Wähler“. Er hätte es besser gefunden, wenn aus dem dortigen Bereich ebenfalls ein Kandidat mit zur Wahl gestanden hätte. Gleichwohl sicherte er Martin die Unterstützung aus dieser Region zu und wünschte sich für nächste Wahlen „mehr Kandidaten“.

Gerlinde Martin zur Seite sprang Anja Weisgerber. Von der Größe des Stimmkreises für die Bezirkstagswahl „ist Kitzingen der weitaus größere Teil, und dort ist Gerlinde Martin sehr gut bekannt“, sagte die Bundestagsabgeordnete: „Sie leistet eine ganz hervorragende Arbeit.“

Der Landtagsabgeordnete Otto Hünnerkopf merkte an, „dass wir solche Diskussionen nicht in der Öffentlichkeit führen sollten“. Man solle eher „mit großer Solidarität die Leistung von Gerlinde Martin voranbringen und bei der Bezirkstagswahl das beste Ergebnis zu erzielen.