Die Zahlen sind auf dem Tisch, was die Erneuerung der Wasserversorgung in Geiselwind betrifft. In der Sitzung des Gemeinderats trug Bürgermeister Ernst Nickel die Berechnung des Ingenieurbüros vor, die von geschätzten Kosten von rund 8,7 Millionen Euro ausgeht.

Gleichzeitig beschloss das Gremium, dass die Umlage für die Bürger in Raten kassiert wird. Dabei wird eine Vorausleistung von 90 Prozent erhoben.
Der Restbetrag würde laut Geschäftsstellenleiter Wilfried Hack – auf Nachfrage – erst nach der Schlussabrechnung fällig: vermutlich Ende 2019.
Die Beiträge wurden mit 1,22 Euro pro Quadratmeter Grundstücksfläche und mit 8,63 Euro für den Quadratmeter Geschossfläche festgelegt.

Der Zuschuss des Freistaats Bayern über eine Härtefallregelung fällt mit 1,827 Millionen Euro um einiges geringer aus, als es die Kommune erhofft hatte. Auf die Geiselwinder Bürger kommt somit ein dicker Brocken für einen einmaligen Verbesserungsbeitrag zu. Die zu zahlenden Voraus-Raten werden ab dem 23. November 2016 über einen Zeitraum von drei Jahren verteilt.

Bürgermeister Nickel hob hervor, dass man durch die Raten „keine Existenz von Gewerbetreibenden oder Privatpersonen gefährden“ werde. „Wer ein Problem hat, der soll bitte zur Verwaltung kommen, damit wir eine Lösung finden. Wir haben unser Möglichstes getan.“

Straffer Zeitplan

Auf das brisante Thema hatte Nickel gleich zu Beginn der Sitzung hingewiesen: „Wir müssen jetzt da durch, ich denke, wir schaffen es gemeinsam.“ Der Staat mache zur Auflage für die Förderung, dass die neun Projekte zur Verbesserung der Wasserversorgung bis Ende 2019 abgeschlossen sind. Die Förderung werde erst nach Abschluss genau festgelegt und ausgezahlt, hieß es. Nickel nannte das einen straffen Zeitplan, der aber zu schaffen sei.

Verwaltungsleiter Hack erläuterte in der Sitzung das Vorgehen beim Bau, sowie den Punkt Zuschüsse und Kosten. In zwei Abschnitte wurden die Arbeiten an der Wasserversorgung aufgeteilt. Dazu gehören die Verlegung einer Leitung zwischen dem Hochbehälter bei Dürrnbuch und Haag, der Neubau des Wasserleitungsnetzes samt Hausanschlüssen in Haag, sowie der Neubau des Hochbehälters in Haag mit Leitungen und Filteranlage. Diese Bereiche sind zum größten Teil fertiggestellt.

Nur für die folgenden Teilbereiche wurde die Förderung in Aussicht gestellt: Das Ortsnetz der Wasserleitung in Rehweiler, wie auch in den Gemeindeteilen Langenberg, Wasserberndorf und Sixtenberg, ist zu erneuern. Eine Zubringerleitung von Geiselwind nach Langenberg ist neu zu verlegen, wie auch von der Hummelquelle nach Geiselwind. Dazu steht die Erweiterung und Generalsanierung der Hochbehälter in Geiselwind und Füttersee an.

Die derzeitige Wassergebühr von 2,82 Euro pro Kubikmeter nannte der Bayerische Gemeindetag „außerordentlich hoch.“ Das sei auf eine Ungleichbehandlung zwischen bebauten und unbebauten Grundstücken zurückzuführen. Eine fehlende Beitragserhebung für unbebaute Grundstücke in der Vergangenheit habe dies verursacht. Ausschließlich über den Wasserpreis hatte die Gemeinde in den vergangenen Jahren Verbesserungen am Leitungsnetz finanziert.

Schlechte Informationspolitik

Gemeinderat Richard Rückel monierte einiges am Punkt Wasserversorgung. Die Gemeinde habe Jahrzehnte lang „verpennt“, die Kosten auf Beiträge umzulegen. Die nicht bebauten Grundstücke habe man früher bei den Berechnungen „vergessen“, kritisierte er.

Rückel sprach von einer schlechten Informationspolitik des Rathauses. Lediglich scheibchenweise und erst nach zähem Nachfragen habe man viele Informationen bekommen.

Bürgermeister Nickel hielt entgegen, dass sich die Räte jederzeit persönlich bei der Verwaltung hätten informieren können. Kaum einer habe das jedoch getan.