"Als ich meine Hand auf die Bataillonsfahne legen durfte und dem Kommandeur die Eidesformel nachsprach, da wußte ich: Du hast es geschafft." Als Freiwilliger hatte sich der 20-jährige Daniel W. zum Wehrdienst gemeldet und wurde im Frühjahr eingezogen. Er kam in die Volkacher Garnison, seinen Wunschort. Was aber nun in Erfüllung ging, war "sein Lebenswunsch", wie er sich ausdrückt. Er ist jetzt, nach einer harten Grundausbildung, Soldat. Und das wurde mit einem feierlichen Gelöbnis besiegelt. 

Kommandeur Holm Schreiter begründete die vergleichsweise schlichte Feier "mit den Einschränkungen, denen wir seit mehr als einem Jahr unterliegen". So konnten Angehörige und Freunde der Soldaten, wie es Tradition ist, dieses Mal nicht teilnehmen. Auch die übrigen Kompanien aus dem Standort entsendeten jeweils nur eine kleine Abordnung, um zu zeigen, dass die Rekruten jetzt ein Teil ihrer Gemeinschaft sind. Was Oberstleutnant Schreiter als Besonderheit hervorhob, ist die große Teilnehmerzahl von Bewerbern.

Allein für den Heimatschutz sind es über 60 Anwärter, die ihr Jahr für Deutschland in Volkach begonnen haben. Dazu kamen noch Soldaten, die ihren freiwilligen Wehrdienst antraten. "Aber nicht alle haben die anspruchsvolle Zeit der Grundausbildung durchgestanden", bilanzierte der Bataillonschef. "Am Anfang kann das für manche ein richtiger Schock sein. Die erstmalige Trennung von Familie und Freunden, das Leben mit zunächst unbekannten Menschen sowie ein Tagesablauf, den man nicht beeinflussen kann."

Der Leiter der Ausbildungskompanie, Hauptmann Johannes Slawik, sprach von Einzelnen, die wohl festgestellt haben, "dass die Bundeswehr nichts für sie ist". Der Großteil sei aber unheimlich hoch motiviert, und "die, die wollen, dürfen hier alles mitmachen: Waffen-und Schießausbildung, Sportausbildung, Erste Hilfe und das echte Soldatenleben im Gelände lernen", erklärte der Hauptmann. 70 Absolventen waren es schließlich, die sich nun auf ein spannendes Jahr einstellen können.