Sie haben sich viel vorgenommen: 53 Musikbegeisterte haben sich für ein Probenwochenende auf dem Schwanberg eingefunden, um unter der Leitung der ehemaligen Kitzinger Kirchenmusikdirektorin Christel Hüttner das Deutsche Requiem von Johannes Brahms einzustudieren.

Ihren großen Auftritt haben die Sänger – zusammen mit professionellen Sängern, der Nordböhmischen Philharmonie Teplice und dem Studentenchor „Cum decore“ aus Liberec – am 16. November in der Abteikirche Ebrach. Zwei weitere Proben sind für Oktober und November angesetzt. Organisiert wird das Ganze von Schwester Dorothea Krauß und dem Team des Geistlichen Zentrums Schwanberg – unterstützt von Stimmbildnerin Olga Jakob und Korrepetitorin Ulrike Tovornik. Und auf sie wartet noch eine Menge Arbeit.

„Sagen muß ich Dir noch, daß ich ganz und gar erfüllt bin von Deinem Requiem, es ist ein ganz gewaltiges Stück, ergreift den ganzen Menschen wie wenig anderes. Der tiefe Ernst, vereint mit allem Zauber der Poesie, wirkt wunderbar, erschütternd und besänftigend“, schreibt Clara Schumann in einem Brief an Johannes Brahms. Das siebensätzige Werk zeigt eine komplexe symmetrische Architektur, in der es zahlreiche musikalische und textliche Parallelen und Verknüpfungen gibt. Ein musikalisches Vergänglichkeitsmotiv durchzieht leitmotivisch das gesamte Werk und verbindet alle sieben Sätze miteinander.

„Sagen muß ich Dir noch, daß ich ganz und gar erfüllt bin von Deinem Requiem, es ist ein gewaltiges Stück.“
Clara Schumann in einem Brief an Johannes Brahms

Die vom Komponisten selbst vorgenommene Textauswahl aus der Lutherbibel verleihe dem Werk eine einzigartige Stellung unter den geistlichen Kompositionen des 19. Jahrhunderts. Die Uraufführung des vollständigen Werks im Leipziger Gewandhaus 1869 brachte für den 33-jährigen Komponisten den musikalischen Durchbruch. Johannes Brahms wollte kein Requiem für die Verstorbenen schreiben, sondern ein Memento mori und eine Totenmesse für die Lebenden: „Ich habe meine Trauermusik vollendet als Seligpreisung an die Leidtragenden. Ich habe nun Trost gefunden, wie ich ihn gesetzt habe als ein Zeichen an die Klagenden.“

Leiterin Christel Hüttner sei sehr erfreut über die Disziplin und Leistungsbereitschaft der Kursteilnehmer gewesen – trotz großer Hitze und drückender Schwüle.

In kurzer Zeit habe sich der bunt gemischte Projektchor zu einer erstaunlich homogenen Chorgemeinschaft zusammengefügt, wie es in der Pressemitteilung heißt. Nur gebe es – wie in vielen derartigen Chören – ein zahlenmäßiges Tenorproblem. Erfahrene Tenöre sind daher zum nächsten Probenwochenende vom 28. Oktober bis 3. November eingeladen.

Die dritte Phase folgt vom 14. bis 17. November – mit dem Höhepunkt der festlichen Aufführung in der Abteikirche Ebrach am Samstag, 16. November, um 19 Uhr. Einen Einführungsvortrag von Christel Hüttner gibt es am 15. Oktober um 16 Uhr in der Michaelskirche auf dem Schwanberg.

In der Aufführung am 16. November singen und musizieren Anna Nesyba, Sopran, Andre Schuen, Bariton, Christian Reif, Orgel, die Nordböhmische Philharmonie Teplice, der Studentenchor „Cum decore“, Liberec und der Projektchor Schwanberg unter der Gesamtleitung von Christel Hüttner. Insgesamt werden etwa 50 Instrumentalisten und über 100 Sängerinnen und Sänger beteiligt sein.

Karten für „Ein deutsches Requiem“ am 16. November, 19 Uhr, in Ebrach gibt es zu 18 Euro (ermäßigt 15 Euro) im Vorverkauf bei Högner Büro & Papier in Kitzingen, Alte Burgstraße 1+3, Tel. (09 32 1) 80 97, E-Mail: kt@hoegner-shop.de und bei Dorothea Krauß, Tel. (09 32 3) 32 20 7, per E-Mail an: info@schwanberg.de