„Kommt, macht alle nu weng mit!“, lautete das Motto des verstorbenen früheren Rödelseer Bürgermeisters Hugo Dotterweich. Einer, der in seinem Leben schon sehr viel für die Gemeinde und ihre Bürger gemacht hat, erhielt beim Neujahrsempfang aus den Händen von Bürgermeister Burkhard Klein den Ehrenpreis der Gemeinde: Karl Bayer. Die Auszeichnung, die mit einem Geldpräsent verbunden ist, wird in Erinnerung an Hugo Dotterweich seit 2004 verliehen.

Beim Ehrenpreis gehe es nicht nur darum, das Handeln eines Einzelnen zu würdigen, sondern dieses auch als Vorbild in Erinnerung zu rufen, sagte Bürgermeister Burkhard Klein. Karl Bayer habe sich neben seiner selbstständigen Tätigkeit seit über 50 Jahren ehrenamtlich engagiert – und habe dies für selbstverständlich gehalten, würdigte der Bürgermeister. Nahezu in allen Vereinen sei er Mitglied und in vielen Fällen mit Vorstandsaufgaben, meist in finanziellen Dingen, betraut gewesen.

Klein nannte Bayers Wirken als Kirchenmusiker sowie in der Winzerkapelle und im Musikverein, zählte seine Tätigkeiten im CSU-Ortsverband, im Weinfestausschuss und im Pfarrgemeinderat auf. Auch war Bayer von 1984 bis 1996 Mitglied im Gemeinderat und Bauausschuss. Besondere Verdienste habe er sich in der Bienenzucht erworben, der er sich seit 1959 verschrieben hat. Eine große ehrenamtliche Leidenschaft sei der Sanitätsdienst in der Rot-Kreuz-Bereitschaft Rödelsee gewesen. 1958 habe er dafür bereits die Grundausbildung abgelegt.

Neben all diesen Tätigkeiten habe Karl Bayer die Schuhmacherwerkstatt seines Vaters Georg weitergeführt. Natürlich sei er auch in der Innung aktiv gewesen, fügte Bürgermeister Klein hinzu. Er sei zudem Weinbergsbesitzer gewesen und Mitinhaber des Bayerischen Hofs in Rödelsee – mit seinen legendären Empfängen für die Dettelbach-Wallfahrer. „Er ist so gar nicht wegzudenken aus dem öffentlichen Leben in Rödelsee“, dankte Klein und überreichte den Preis zusammen mit dem 2. Bürgermeister Horst Kohlberger und Weinprinzessin Franziska I. an Karl Bayer. Er habe diese Auszeichnung nicht erwartet, bekannte der Geehrte. „Es gibt noch viele Bürger, die die Ehrung verdient hätten“, sagte Bayer. Von Jugend auf sei er mit der Gemeinde verbunden und in ihr verwurzelt gewesen.

So sei es für ihn selbstverständlich gewesen, diese Ämter auszuüben. „Ich wollte mitarbeiten, mitgestalten und Verantwortung übernehmen“, blickte er zurück. Es sei nicht immer die reine Freude gewesen, doch es habe sich gelohnt. Er könne es nur empfehlen, sich für die Allgemeinheit einzusetzen. Er freue sich, wenn er sehe, dass andere Verantwortung übernähmen und sich für das Wohl „unserer lebens- und liebenswerten Gemeinde“ einsetzen. Doch ohne den Rückhalt in der Familie gehe dies nicht, sagte Bayer, der vor allem seiner Frau Waltrud für ihre Unterstützung dankte.