Laden...
Kitzingen

Unterfranken: 400 Schweine erstickt - Peta stellt Strafanzeige

In einem Betrieb im Landkreis Kitzingen starben fast 400 Schweine. Nach Ausfall der Belüftungsanlage versagte der Notstromaggregator. Die Tiere hatten keine Chance.
 
Stall in Thüringen
Die deutschen Landwirte sind wegen der Afrikanischen Schweinepest in höchster Alarmbereitschaft. Foto: Martin Schutt/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Wie Recherchen dieser Zeitung ergaben, handelt es sich um einen Betrieb im südlichen Landkreis. Die Ermittlungen konzentrieren sich offenbar darauf, warum es zu einem Stromausfall und dem damit verbundenen Ausfall der Lüftungsanlage gekommen war - und warum es keine Warnung gegeben hat. 

Nach Auskunft des Kitzinger Landratsamtes sind die verendeten Tiere noch am vergangenen Donnerstag von dem Landwirt in die zuständige Tierkörperbeseitigungsanlage nach Walsdorf gebracht worden. Einige der toten Schweine waren zuvor, so die Information der Staatsanwaltschaft,  pathologisch untersucht worden. 

Das Lüftungssystem ist ausgefallen und die Schweine sind erstickt

In dem Stall hatten sich zum Zeitpunkt des Lüftungsausfalls rund 600 Schweine befunden - fast 400 von ihnen verendeten. Die restlichen Tiere befinden sich laut Landratsamt weiterhin vor Ort. Der Landwirt wurde nach Auskunft der Staatsanwaltschaft polizeilich angewiesen, die Tiere so lange persönlich zu beaufsichtigen, bis die technischen Anlagen wieder funktionieren. Das ist nicht das erste Mal, dass in einem Mastbetrieb Tiere auf bestialische Weise ums Leben kommen.

Inzwischen hat auch die Tierschutzorganisation Peta Strafanzeige gegen den Halter der Tiere gestellt. In dem dazugehörigen Schreiben heißt es zur Begründung, dass "ein funktionierendes Notstromaggregat sowie eine funktionierende Alarmanlage ein elementarer Teil im Rahmen der agrarwirtschaftlichen Qualitätssicherung" seien. Es handele sich laut Peta um einen "vermeidbaren Vorfall", der zu einem "erheblichen, länger anhaltenden Leiden einer Vielzahl von Schweinen sowie deren Tod durch Ersticken" geführt habe. 

Peta hatte sich auch bei den Ermittlungen gegen einen Schweinehalter engagiert, der im vergangenen Jahr rund 2000 Schweine in seinem Stall bei Gelchsheim (Landkreis Würzburg) verenden ließ. Der Fall war ohne Gerichtsverfahren eingestellt worden . Daraufhin hatten die Tierschützer Beschwerde gegen die Entscheidung der Staatsanwaltschaft Würzburg eingelegt.