Wenn sich am 15. März die Kreisfeuerwehrführung zur Dienstversammlung trifft, dann geht eine Ära zu Ende. Dann wird der Mönchsondheimer Karl Volland nach 30 Jahren sein Amt als Kreisbrandmeister (KBM) niederlegen. Der 60-Jährige ist sich und seinem Zuständigkeitsbereich in dieser langen Zeit immer treu geblieben. Seiner Frau Anita Volland ist er dankbar, dass sie ihm seit Jahrzehnten den Rücken frei hält. 

Frühstart bei der Feuerwehr

Karl Volland, der überall nur Charly gerufen wird, war 1973 als 15-Jähriger in die Mönchsondheimer Wehr eingetreten und legte bis 1991 alle Leistungsprüfungen in den Sparten Wasser und Technische Hilfeleistung ab. Mit 24 Jahren nahm er seinen ersten Posten als Jugendwart in Mönchsondheim an und gründete die erste Jugendwehr. 1990 wurde er Schiedsrichter und sechs Jahre später Kommandant im Iphöfer Stadtteil auf. Am 24. Oktober 1989 wurde Volland zum Kreisbrandmeister unter dem damaligen Kreisbrandrat Horst Biegner.

Jugendzeltlager organisiert

"Für diesen Posten hat mich mein Feuerwehr-Ziehvater Walter Träger vorgeschlagen", erinnert sich Volland. Träger hatte damals die Jugendarbeit von Volland imponiert, zumal Karl und Anita Volland schon seit 1986 das Kreisjugendzeltlager organisiert hatten und das über mehrere Jahrzehnte hinweg taten. Als KBM war und ist Volland für die 13  Feuerwehren der Stadt und Verwaltungsgemeinschaft Iphofen plus Mainbernheim zuständig.

"Ich habe immer gesagt, Schuster bleib' bei deinen Leisten."
Charly Volland, Kreisbrandmeister

"Mir war immer die Jugendarbeit und der direkte Kontakt zur Basis wichtig. Ich habe mir immer gesagt, Schuster bleib' bei deinen Leisten", sagt der Kfz-Meister, der stellvertretender Bauhofleiter in Iphofen ist. Deswegen verzichtete er auf Beförderungen zum Kreisjugendwart oder zum Kreisbrandinspektor verzichtete.

Volland hat viele Jahrgänge und Generationen junger Feuerwehrleute ausgebildet und geformt.  Viele seiner ehemaligen Schützlinge sind heute Kommandanten oder in verantwortlichen Positionen im Feuerwehrwesen engagiert. "Dadurch fühle ich mich in meiner Linie und meiner Arbeit bestätigt", sagt  der Mann, der mit 30 Dienstjahren so lange KBM ist und war wie noch keiner vor ihm im Landkreis.

Mitstreiter gefunden 

Positiv wertet er, dass er immer wieder Mitstreiter für die Nachwuchsgewinnung finden konnte. "So 70 bis 100 junge Leute haben wir in meinem KBM-Bereich jährlich betreut, diese Arbeit hat sich auf jeden Fall rentiert", sagt Volland. Er war nie derjenige, der das größte Einsatzfahrzeug und die neueste Ausrüstung für die Feuerwehren forderte. Er dachte immer pragmatisch. "Da war es erfreulich, dass ich immer wieder auf Bürgermeister und Ratsrunden getroffen bin, die den Feuerwehren positiv gegenüberstanden", sagt Volland.

Einsätze an vielen Fronten

Seit 45 Jahren ist Volland aktiver Feuerwehrmann und hat so einiges erlebt. Aber auch nach so langer Zeit lassen ihn vor allem tödliche Verkehrsunfälle nicht unberührt. "Gerade wenn du die Opfer gekannt hast, hast du ganz schön schlucken müssen", sagt Volland, der sich bisweilen über Katastrophen-Touristen geärgert hat. Doch Volland erlebte auch einige kuriose Fälle. Wie einen vermeintlichen Wald-Großbrand, der sich als durch die Sonne verursachte optische Täuschung entpuppte. Ein anderes Mal wurden die Floriansjünger wegen einer Schlange im Garten gerufen - die sich aber als ungefährlich, weil made in China herausstellte.  Noch immer muss Volland lächeln, wenn er erzählt, wie er mit dem Mobiltelefon vom Bodensee-Urlaub aus einen Brandeinsatz in Nenzenheim gemanagt hatte.

Den Weg weiter gehen

Wenn Volland am 15. März als KBM abtritt, ist er auf dem Weg, den er für sich vorgesehen hat. Er wollte als 61-Jähriger den Posten abgeben und ein Jahr später möchte er als Mönchsondheimer Kommandant aufhören. Gemäß seinem schon im Jahr 2012 gefassten Plan, will er als 63-Jähriger in die Feuerwehr-Rente gehen. "Doch jetzt muss ich noch zwei Jahre bis ins Jahr 2023 dranhängen", sagt der zu den Folgen der Entscheidung der Staatsregierung, die Altersgrenze für aktive Feuerwehrleute auf 65 Jahre anzuheben.