Schon im März 2020 sollte eine neue Fränkische Weinkönigin gewählt werden – doch die Corona-Pandemie verhinderte das, und auch ein Nachholtermin konnte bisher nicht gefunden werden. Laut Hermann Schmidt, Geschäftsführer des Fränkischen Weinbauverbandes, soll in diesem Jahr auf jeden Fall eine neue Weinkönigin ihr Amt antreten. Unter welchen Bedingungen und in welchem Rahmen die Veranstaltung stattfinden soll, könne er aufgrund der unsicheren Lage im Moment aber nicht sagen. "Wir sind sehr zurückhaltend mit der Planung", sagt Schmidt und hofft auf eine Chance gegen Ende des zweiten Quartals.

Die gegenwärtige Hoheit, Carolin Meyer, ist nun schon seit knapp zwei Jahren im Amt und bleibt es auch bis zur nächsten Wahl. "Mein Hauptjob geht natürlich vor, aber was ich nebenbei wahrnehmen kann und darf, mache ich weiterhin gerne im Auftrag unserer Winzer", berichtet die Fränkische Weinkönigin aus  Castell-Greuth (Lkr. Kitzingen).

Drei Kandidatinnen wollen sich wieder bewerben

Im vergangenen Jahr haben sich vier Kandidatinnen beworben. Eine davon ist Kimberly Langlotz, die inzwischen für das Weingut Apfelbacher in Dettelbach (Lkr. Kitzingen) tätig ist. Die gebürtige Thüringerin und gelernte Winzerin ist momentan mit dem Rebschnitt in den Weinbergen beschäftigt. "Somit legen wir den Grundstein für den Jahrgang 2021", erzählt Langlotz.

Sie ist nach wie vor begeistert vom Frankenland, das sie weiterhin in der Welt vertreten möchte. Falls es vom Zeitpunkt her passe und sich die aktuelle Corona-Situation beruhigt habe, wird sich Langlotz also wieder um den Posten als Vertreterin der Frankenwinzer bewerben.

Die zweite Kandidatin aus dem Landkreis Kitzingen war 2020 Vanessa Wischer aus Nordheim am Main. Sie studiert weiterhin in Wien und bewegt sich mittlerweile auf der Zielgeraden. "Den ruhigeren Sommer konnte ich nutzen, um Weinverkostungen im kleinen Rahmen zu veranstalten", erzählt die frühere Weinprinzessin aus Nordheim.

Für Wischer sei es immer noch eine Ehre, den fränkischen Winzern ein Gesicht geben zu dürfen, weshalb sie sich zweifellos wieder um den Posten der Fränkischen Weinkönigin bewerben wird. "Es ist definitiv das schönste Amt hier in Franken, daran kann auch ein Virus nichts ändern", sagt die Nordheimerin begeistert.

Lena Müller geht nicht mehr ins Rennen

Die Dritte im Landkreis ist die ehemalige Weinprinzessin Katharina Schmidt aus Astheim, die seit einiger Zeit für das Weingut Römmert in Volkach tätig ist. Nebenbei hat sie sich im vergangenen Jahr mit einem eigenen digitalen Weinportal selbstständig gemacht. Hiermit soll vor allem kleinen Weingüter eine Plattform geboten werden.

"Wein ist einfach meine pure Leidenschaft und eine Herzensangelegenheit", schwärmt die Astheimerin. Aus diesem Grund werde sie, soweit sich an ihrer momentanen Situation nichts ändert, auf jeden Fall wieder für das Amt der Fränkischen Weinkönigin kandidieren.

Lena Müller aus Retzstadt, 2020 die einzige Kandidatin aus dem Landkreis Main-Spessart, ist inzwischen als Erzieherin in einem Kinderheim tätig. Aufgrund der Festanstellung ist das hoheitliche Amt nicht mit dem Job vereinbar, weshalb Müller keine weitere Kandidatur plant. "Im vergangenen Jahr hätte es gut in meinen Lebensplan gepasst; nun habe ich leider mit der Wahl abgeschlossen", schildert die Retzstädterin ihre neue Situation.

Würdevoller Abschied für Carolin Meyer

2021 wird das Amt der Weinkönigin laut Hermann Schmidt vom Fränkischen Weinbauverband ohnehin neu ausgeschrieben; es können sich deshalb auch weitere Kandidatinnen als nur die aus dem vergangenen Jahr um den begehrten Posten bewerben.

Vanessa Wischer hofft indes, dass es – wenn auch im kleineren Kreis – einen festlichen Rahmen geben kann: "Die amtierende Weinkönigin Carolin hat eine großartige Arbeit geleistet. Demnach hat sie in meinen Augen auch einen würdevollen Abschied verdient."