Die Sole ist erreicht: Rund drei Meter tief hat sich der Bagger zum Teil bereits in den Untergrund zwischen Staatsstraße und Uferpromenade gefressen. Die Tanks der ehemaligen DBV-Tankstelle in Marktbreit sind entfernt, jetzt werden der teilweise kontaminierte Boden abgetragen und das Ganze wieder aufgefüllt.

Es ist eine lange Geschichte, die hinter den derzeit laufenden Arbeiten zwischen Mainufer und Staatsstraße in Marktbreit liegt. "Seit 30 Jahren diskutieren wir hier darüber", so hieß es in der jüngsten Stadtratssitzung. So ganz stimmt das nicht, aber seit Mitte der 1990er Jahren läuft die Mainufersanierung sicher bereits und damit auch die Planung im Bereich der beiden Tankstellen oberhalb der Promenade. Die Teilstücke zwischen der Breitbachmündung und dem Alten Kranen, sowie zwischen dem Bootshafen und der Brücke sind längst abgeschlossen und auch abgerechnet.

Doch was hat im mittleren Bereich für so lange Verzögerungen gesorgt? Da sind zum einen die beiden Tankstellen, die aktive Araltanke und die seit Jahren aufgegebene DBV-Tankstelle, die nebeneinander an der Staatsstraße liegen. In ursprünglichen Planungen sollten beide Grundstücke mit in die Planung einbezogen werden, sollte der gesamte Bereich zwischen Main, Altem Kranen und Staatsstraße saniert werden.

Umplanungen waren nötig

Gegen den Mitte des Jahres 2013 gefassten Stadtratsbeschluss, den Vertrag mit der Araltankstelle nicht mehr zu verlängern, regte sich schnell Widerstand unter den Marktbreitern. Ein Bürgerentscheid brachte im Dezember 2013 die Entscheidung: Eine Mehrheit sprach sich damals für den Erhalt der Tankstelle aus. Umplanungen waren also nötig, denn zumindest das Gelände der ehemaligen DBV-Tankstelle sollte in die Mainufergestaltung mit einbezogen werden.

Kein einfaches Unterfangen, denn was da im Untergrund einer ehemaligen Tankstelle so alles lagert, verdeckt Beton und Asphalt. Klar: Benzintanks mussten entsorgt werden. Was aber beim Befüllen dieser Tanks in Laufe der Jahre alles daneben gelaufen war, wie weit die Tanks noch Treibstoffreste beinhalteten, wie dicht die nach all den Jahren noch waren und wie weit die Kontaminierung des umliegenden Geländes vielleicht noch weit in die Staatsstraße hinein sich ausdehnte – das waren Fragen, die erst einmal geklärt werden mussten. Wer das alles bezahlen soll, war ebenfalls offen. Die ehemaligen Tankstellenbetreiber waren nicht mehr zur Verantwortung zu ziehen, die Zuschussfrage offen.

Mauer musste fallen

Es dauerte also alles seine Zeit, bis vor etwa vier Wochen die Bagger anrückten. Die Mauer zum Ufer hin fiel, weil die Tanks nicht wie ursprünglich geplant nach oben, sondern seitlich aus dem Boden entfernt werden mussten. Bis drei Meter unter Straßenniveau wird der Untergrund ausgetauscht, unter die Staatsstraße geht es nicht. Der Aushub wird dauernd beprobt, in der Grube steht ein Arbeiter in Schutzkleidung mit Gasmaske und füllt immer wieder Boden in Gläser. Je nach Ergebnis entscheidet sich, wie die Entsorgung des Aushubs erfolgen muss.

Rund 2000 Kubikmeter sind es, die da ausgebaggert werden. Fast im gleichen Zuge wird auch wieder mit neuem Material verfüllt, denn die Zeit drängt: Es ist eigentlich Hochwassersaison, und notfalls muss die Baustelle schnell geräumt werden können. Bis Ende Januar, so Bürgermeister Harald Kopp, soll die Baustelle beendet sein - er ist aber zuversichtlich, dass die Arbeiten schon eher abgeschlossen werden können - wenn es zu keinen Verzögerungen kommt.

Wohl keine Zuschüsse

Rund eine halbe Million Euro, so hoch ist die Auftragssumme für diese Sanierungsarbeiten. Bislang hat der Bürgermeister noch keine Nachträge dazu erhalten. Die Kosten bleiben am Ende komplett bei der Stadt hängen. Zuschüsse wird es wohl keine geben.

Öffnung Richtung Main

Und die Ufersanierung danach? Die Frage ist noch nicht ganz geklärt. Durch den Wegfall der Mauer ergibt sich für die Gestaltung eine völlig neue Perspektive für die Stadt – eine Öffnung in Richtung Main ist nun möglich. Bereits zwei Mal hat der Stadtrat darüber diskutiert. Ein reiner Parkplatz dort unten scheint Vergangenheit. Eher eine Flaniermeile für Marktbreiter und Gäste und vielleicht zehn bis 15 Parkplätze, möglichst versteckt.