Der Dorftreff für Escherndorf bleibt eine zähe und schwierige Angelegenheit: Der Versammlungsraum, der in der Winzerhalle rund 80 Quadratmeter Platz bieten könnte, bescherte dem Stadtrat am Dienstag bei den Etatberatungen eine kontroverse Diskussion. Mit einem guten Ende: Der Stadtrat bleibt bei seiner Unterstützung des Ortstreffs, reduzierte aber das städtische Engagement auf 140 000 Euro.

Ein Kritikpunkt für manchen Stadtrat: Die Stadt investiert viel Geld in fremdes Eigentum. Die Winzerhalle gehört schließlich der Genossenschaft Gasthaus Krone und der Winzergemeinschaft Franken (GWF). Allerdings sind bislang alle Bemühungen gescheitert, den Wunsch der Escherndorfer nach einem eigenen Treff zu erfüllen.

In diesem Zusammenhang erinnerte der Escherndorfer Stadtrat und FWG-Fraktionsvorsitzende Herbert Römmelt an die Vorgeschichte, die die Stadt viel teurer gekommen wäre: Der Ort sollte mal ein Gemeinschaftshaus als Ersatz für die abgerissene Alte Schule bekommen. Das Ganze scheiterte an den Kosten von 400 000 Euro, auf denen die Stadt nach dem Ausstieg der Kirche aus dem Projekt alleine sitzen geblieben wäre. Als das vom Tisch war, suchten die Escherndorfer eine Ersatzbleibe – und fanden die Winzerhalle.

Kompromiss gefunden

Diese Alternative ist deutlich billiger: 172 000 Euro standen im Haushaltsentwurf. Eine Summe, die sich nach Aussage der Escherndorfer Stadträtin Katrin Blendel (CSU) durch Eigenleistungen reduzieren wird – um rund 28 000 Euro.

Das Wort Eigenleistung löste unter den Ratsvertretern anderer Ortsteile einigen Unmut aus. Da forderte der eine oder andere – mit Blick auf in der Vergangenheit erbrachte Leistungen der eigenen Leute für Kindergarten oder Feuerwehrhaus – so etwas wie Gleichbehandlung.

Die Diskussion landete letztlich in einem Kompromiss, der laut Kornell wohl auch in anderen Ortsteilen ohne geeigneten Dorftreff – wie in Astheim – Schule machen könnte. 140 000 Euro gibt's für den Gemeinschaftstreff in der Winzerhalle. Damit sich die Summe rechnet, soll die Verpachtung nicht – wie geplant – 25 sondern 30 Jahre lang dauern.