Die Überraschung war gelungen, als Roland Albert, Präsident des Bayerischen Gärtnereiverbandes, beim Festakt zum 125-jährigen Jubiläum der Gartenbaugruppe Albertshofen zwei verdiente Gärtner-Funktionäre für Ehrungen zu sich bat, obwohl Ehrungen nicht auf der Einladung standen.

Roland Albert verlieh dem stellvertretenden Gartenbaugruppen-Vorsitzenden Heinz Wenkheimer die Ehrennadel des Verbandes in Silber. Noch eine Stufe höher fiel die Ehrung für den Gärtnerei-Bezirksverbandsvorsitzenden Elmar Gimperlein aus. Für seine großen Verdienste um den Berufsstand erhielt Gimperlein vom Präsidenten die Ehrennadel in Gold.

„Ich war immer ein Überzeugungstäter.“
Lothar Töpfer, Ehrenobermeister

Roland Albert zollte zudem Lothar Töpfer höchsten Respekt und zeichnete ihn mit einer Ehrenurkunde für sein Lebenswerk aus. Albert titulierte den Ehrenobermeister der Gartenbaugruppe als „graue Eminenz“ und würdigte sein engagiertes Eintreten für die Gärtnerschaft. „Ich war immer ein Überzeugungstäter“, bekannte Lothar Töpfer unter dem Applaus der geladenen Gäste in der Gartenlandhalle.

„125 Jahre sind wirklich ein Grund, zu feiern“, meinte Heinz Wenkheimer und begrüßte zahlreiche Ehrengäste aus Wirtschaft, Institutionen und der Politik, der Gartenbauzentrale, dem Amt für Landwirtschaft und dem Gärtnerverband und unterfränkische Kollegen. „Keine Berufsgruppe hat Albertshofen so geprägt wie die Gärtner“, sagte Wenkheimer. Er bezifferte die gärtnerische Wertschöpfung auf jährlich 35 Millionen Euro, womit Albertshofen in Unterfranken Spitze ist.

Die Gründerväter seien Idealisten mit Weitsicht gewesen, die sich mit der Gründung der Gruppe die einzig damals mögliche Grundlage zur Interessenvertretung gegenüber Politik und Gesellschaft gegeben hätten.

Die Flurgänge seien ein Beleg für berufsständisches und geselliges Miteinander. Die Gärtner würden ökonomisch sinn- und ökologisch verantwortungsvoll Ressourcen sparen und ihre Betriebe modernisieren und für die Zukunft wappnen. Der Präsident monierte, dass aus Südeuropa viel Fruchtgemüse auf dem Markt geworfen werde, was ökologisch unverantwortlich sei. Denn dadurch werden dem wasserarmen Süden unseres Kontinents Milliarden Kubikmeter aus dem Trinkwassersystem entzogen. Derweil würden die Albertshöfer mit größter Frische und hoher Qualität ein reichhaltiges Angebot an Gemüse, Salaten und ein breites Spektrum an Pflanzen bieten.

Bürgermeister und Gärtnermeister Horst Reuther lobte das Engagement seiner Berufskollegen, den Tag der offenen Türe trotz der arbeitszeitintensiven Gärtnerarbeit auf die Beine gestellt zu haben. Als Präsent vermachte er der Gartenbaugruppe eine gerahmte Urkunde aus dem Gründungsjahr 1890.

Landrätin Tamara Bischof gab sich stolz auf die Albertshöfer Gärtner und zeigte sich beeindruckt davon, wie sich die einst armen Gärtner hocharbeiteten und heute mit modernster Technik in ihren meist spezialisierten Betrieben zu gärtnerischer und wirtschaftlicher Blüte.

Die Bundestagsabgeordnete Anja Weisgerber sprach von 125 Jahren Genuss von gärtnerischen Produkten. Weisgerber versprach die weitere Unterstützung der mittelständischen Gärtner. Die Glückwünsche der örtlichen Vereine überbrachte Peter Reidelbach.

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