Wilhelm Herlt aus Volkach feierte am Sonntag einen ganz besonderen Geburtstag – seinen 100. Aus diesem Anlass trafen sich Familienmitglieder, Freunde und Bekannte zur Mittagszeit auf dem Volkacher Rathausplatz.

Bürgermeister Peter Kornell begrüßte das Volkacher Urgestein. „Wenn es früher in der Landwirtschaft etwas zu machen gab, dann hat es der Willi gemacht“, sagte Kornell. Er erinnerte an den Beruf des rüstigen Jubilars, der als Schmiedemeister in die Fußstapfen seines Vaters trat.

Selbstversorger mit 100 Jahren

Wilhelm Herlt wurde am 28. Juli 1913 in Düsseldorf geboren. Die ersten Jahre der Kindheit verbrachte er mit seinen Eltern Katharina und Max Herlt und den beiden Schwestern in seiner Heimatstadt, ehe die Familie 1917 an die Mainschleife kam. Die Mutter war eine geborene Melber und stammte aus Nordheim. Zunächst lebte die Familie auf Schloss Hallburg, ehe sie nach Volkach zog. Nach dem Besuch der weiterbildenden Schulen erlernte der Jubilar den Beruf des Schmiedemeisters und baute sich in seiner Wahlheimat eine Werkstatt auf.

Der Krieg durchkreuzte so manche Pläne des Jubilars. Nach seiner Blitz-Ausbildung in Hammelburg wurde er 1939 an die Front beordert und war beim Polen-, Balkan- und Frankreichfeldzug im Einsatz. Schließlich kam der Hufbeschlagsmeister der Wehrmacht nach Russland, wo er in Kriegsgefangenschaft geriet. 1948 in die Heimat zurückgekehrt, lernte er die aus Laufelf (Eifel) stammende Else Weinand kennen. Zwei Jahre heirateten sie in Volkach. Mit dem Bau eines Eigenheimes und einer Schmiedewerkstatt stellten sie die Weichen für die Zukunft.

Auch seinen Lebensabend verbringt der Jubilar in Volkach. Gerne erinnert er sich an seine aktive Zeit beim VfL. Dort war er nicht nur erfolgreicher Fußballspieler, sondern auch langjähriger Abteilungsleiter. „Der Fußball war von früh an ein starkes Stück deines Lebens“, betonte VfL-Wegbegleiter Heinz Knauth und erinnerte an die Verdienste des langjährigen Abteilungsleiters. Über viele Jahre hinweg war Willi Herlt auch Stammgast bei den Fußballveteranen-Treffen im Sportheim. Der Jubilar geht noch heute täglich spazieren und auch gymnastische Übungen haben einen festen Bestandteil im Leben des 100-Jährigen.

Nach wie vor versorgt sich das Ehepaar Herlt selbst. Tochter Doris, die in der Nähe wohnt, schaut aber immer wieder nach dem Rechten. Unter den Gratulanten am Sonntag waren neben Ehefrau Else und den Töchtern Kerstin, Doris und Monika und deren Familien auch vier Enkel und zwei Urenkel. Die Glückwünsche der Stadt überbrachte Bürgermeister Peter Kornell, für die Fußball-Veteranen sprach Heinz Knauth und von der katholischen Pfarrei gratulierte Pfarrer Johannes Hofmann.