Die Verteidiger sind nun der Meinung, die Kammer könne nicht mehr unvoreingenommen urteilen. Die Staatsanwaltschaft wies das zurück: So könne jeder Angeklagte eine weitere Straftat provozieren und so den Prozessverlauf hinauszögern.

Erstmals seit Prozessauftakt im Frühjahr 2014 wurde der angeklagte Ex-Manager in Fußfesseln in den Gerichtssaal geführt. In dem Verfahren wegen Untreue geht es um einen Millionenbetrag: Eine NKD-Tochter in Hongkong soll zwischen April und Oktober 2012 mehrere Rechnungen einer Firma aus Zypern erhalten haben. Dabei habe es mit der Firma in Zypern weder einen Vertrag gegeben noch habe sie Leistungen für die Firma erbracht. NKD mit Sitz in Bindlach (Landkreis Bayreuth) soll auf diese Weise um 3,7 Millionen Euro geprellt worden sein. Der Prozess wird kommenden Mittwoch fortgesetzt, dann dürfte auch die Entscheidung über den Befangenheitsantrag mitgeteilt werden.

Im Fall der Entführungsvorwürfe dauern die Ermittlungen laut Staatsanwaltschaft noch an.