Mit den Internationalen Hofer Filmtagen hat Heinz Badewitz eines der renommiertesten Filmfeste im deutschsprachigen Raum etabliert. Nun ist der Festivalleiter und leidenschaftliche Kulturschaffende tot. Badewitz starb am Donnerstag (10. März) im Alter von 74 Jahren während eines Besuchs der "Diagonale - Festival des österreichischen Film" in Graz. "Wir stehen alle unter Schock", sagte die Sprecherin der Hofer Filmtage am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in München.

1967 hatten Heinz Badewitz und einige seiner Freunde die Idee, ein Kurzfilmfest zu veranstalten. Gerade zweieinhalb Stunden dauerten die "1. Hofer Kurzfilmtage", die seither jährlich über die Bühne gehen und sich als Plattform für deutsche Nachwuchsregisseure einen Namen gemacht haben.
Als Leiter hat Badewitz das Filmfest in seiner Heimatstadt - das mittlerweile sechs Tage dauert - maßgeblich geprägt.

Die Filmtage stellen in jedem Jahr die Arbeit eines Regisseurs genauer vor. "Wir sind das Festival der Entdeckungen", sagte Badewitz einmal. Die Filmtage seien eine Plattform für Talente - ein Urteil, ob sich jemand durchsetze, müssten aber Branche und Publikum fällen. In der Regel bildet ein gesellschaftspolitisches Thema einen der Schwerpunkte des Festivals, so wurden im vergangenen Jahr 125 Beiträge zur Flüchtlingskrise gezeigt.

Viele große Namen des deutschen Films sind mit dem Festival eng verbunden - etwa Doris Dörrie oder Wim Wenders. Auch Tom Tykwer, Detlev Buck und der 2010 gestorbene Christoph Schlingensief zeigten mehrfach Arbeiten in Hof. Beliebt und gerühmt sind die Hofer Filmtage gerade auch wegen ihrer familiären, bodenständigen Atmosphäre. So fehlt traditionell ein roter Teppich, und die anreisenden Stars werden nicht eigens gefeiert.
Badewitz arbeitete auch selbst als Regisseur, einige seiner Werke wurden bei den Filmtagen gezeigt. Bei der Berlinale kuratierte er über viele Jahre die Reihe "German Cinema". Badewitz wurde unter anderem mit dem Bayerischen und dem Deutschen Filmpreis geehrt.

Das Team der Hofer Filmtage ist nach dem plötzlichen Tod von Badewitz tief getroffen. "Er wurde mitten aus dem Leben gerissen, bei dem, was er am liebsten tat und wofür sein Herz schlug: Filme sichten, neue Talente entdecken und sich mit den Filmemachern austauschen", teilte Festival-Organisator Rainer Huebsch mit. Badewitz sei die "Seele" des Festivals gewesen. Das Team will nun das Lebenswerk von Badewitz fortführen und die 50. Internationalen Hofer Filmtage (25.-30. Oktober) in seinem Sinne stattfinden zu lassen.