Riesiger Holzpenis an der Fassade: Mit seinem neuesten Kunstwerk möchte Wolfgang Müller auf die Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche aufmerksam machen. Den Phallus hat der Künstler einfach an seine Hauswand gehängt.

"Ich möchte, dass dieses Thema wieder in die Öffentlichkeit kommt. Das wird ja sehr diskret behandelt", erklärt Wolfgang Müller inFranken.de. In Bad Steben selbst könne er aufgrund der Einwohnerzahl nicht viel bewegen, aber durch öffentlichkeitswirksame Arbeit erreicht der Künstler ein deutlich größeres Publikum. 

Penis mitten an Hausfassade: Künstler erhofft sich vielfältige Reaktionen

Der Penis hängt mitten an seiner Hausfassade, in fast vier Metern Höhe. Sein Werk sei erst seit gestern bekannt, er erhoffe sich aber vielfältige Reaktionen. Die ersten wären seiner Aktion schon mit Kopfschütteln begegnet. "Es hat sogar jemand für eine Sonnenuhr gehalten", erzählt Müller. 

Seine Intention ist, auf Missstände aufmerksam zu machen: "Es gibt Ungerechtigkeiten, da könnte ich mich maßlos drüber aufregen. Das ist meine Art, mit dem Frust umzugehen". Interpretieren könne seine Arbeit jeder, wie er wolle. Er selbst klagt mit seinem Werk bewusst die bis heute unaufgeklärten Missbrauchsfälle in der katholischen Kirche an. Müller provoziert mit Absicht: "Wer traut sich schon, sich so etwas an die Hausfassade zu hängen?" 

Müller kritisiert Zölibat: Keine Aktion gegen Gottesglauben

Bereits in jungen Jahren habe er sich von der Kirche distanziert: "Ich habe ein sehr kritisches Verhältnis zur Kirche. Trotzdem hat die Aktion nichts mit dem Gottesglauben zu tun, aber mit dem Zölibat", erklärt Müller. Kindesmissbrauch könne er einfach nicht dulden.

Außerdem in Hof: Ein Autofahrer ist an einem Kindergarten vorbeigerast. Mit 65 km/h blitzte ihn die Polizei.