"Unser Haushalt ist ein typischer Investitionshaushalt. Er weist den höchsten Betrag seit den 70er Jahren auf." Bei der Beratung des Haushalts in der Sitzung des Zweckverbandes Schulzentrum Haßfurt ging es um große Zahlen. So sind die Haushaltsansätze für Investitionen mit insgesamt 6,4 Millionen Euro um 2,4 Millionen Euro höher als im Vorjahr. Die Mittel werden eingesetzt für die Fortführung der Generalsanierung des Schulgebäudes Tricastiner Platz, für Planungskosten zur Dreifachturnhalle, für die Glasfaseranbindung der Schulen sowie für die Sanierung der Mittelschule und den Umbau des ehemaligen Hausmeistergebäudes am Dürerweg. Geschäftsführer Horst Hofmann stellte den Haushalt im Detail vor.

Im Investitionsbereich wird die umfassende Sanierung des Schulhauses am Tricastiner Platz fortgesetzt. Die Arbeiten waren wegen statischer Probleme unterbrochen und erst im August 2018 wieder aufgenommen worden. Nun werden der alte Naturwissenschaftstrakt abgebrochen und die Außenanlagen wieder hergestellt. Das passiert voraussichtlich erst 2020. 2019 beginnen laut Hofmann die Vorplanungen (Ansatz 400 000 Euro) zur Dreifachturnhalle. Der Förderantrag soll im letzten Quartal 2019 bei der Regierung von Unterfranken gestellt werden.

Die Grundschule in der Dr.-Neukam-Straße wird um einen Anbau mit vier Räumen erweitert. Dafür seien Planungskosten in Höhe von 300 000 Euro vorgesehen. Im Rahmen des Programmes Kommunalinvestition Schulen (Kip-S) werde das bisherige Hausmeisterhaus an der Mittelschule zu Gruppenräumen für die schulische Nutzung umgebaut. Aus diesem Programm erfolge auch die Förderung der Außendämmung und des Neubaus des Eingangsbereiches der Mittelschule. Die Glasfaseranbindung der Schulgebäude soll dann aus einem weiteren neuen Förderprogramm finanziert werden. "Wir bekommen den Glasfaseranschluss für alle Schulen und erhalten dafür jedes Jahr 190 000 Euro."

Sinkende Umlagen

Trotz der gestiegenen finanziellen Anforderungen gingen erfreulicherweise die Umlagen zurück, wobei der Anteil der Stadt etwas größer wird (besonders bei der Grundschule), während der Anteil des Landkreises bei Realschule und Gymnasium etwas rückläufig ist. Die Verbandsumlage beläuft sich demnach auf rund 4,48 Millionen Euro, wovon 1,57 Millionen Euro auf die Stadt Haßfurt und 2,91 Millionen Euro auf den Landkreis Haßberge entfallen.

Insgesamt besuchen im Schulzentrum Haßfurt 2145 Schüler in 78 Klassen die Schule. Die Schüler verteilen sich wie folgt: Grundschule 221 Schüler/zehn Klassen; Mittelschule 283 Schüler /14 Klassen, Realschule 594 Schüler/23 Klassen und Gymnasium 1047 Schüler in 31 Klassen.

Geschäftsführer Hofmann ging auch auf den laufenden Betrieb ein und meinte, dass die Kosten für den laufenden Bauunterhalt zurzeit wegen der Sanierung und wegen des guten Zustandes der Schulanlage nur leicht gestiegen seien. Bei der Schwimmhalle stiegen die Aufwendungen; hier sei insbesondere die Umrüstung der Chloranlage vorzunehmen. Ab Mitte des nächsten Jahrzehntes dürfte das Schulschwimmbad einer größeren Unterhaltungsmaßnahmen unterzogen werden.

Die Kosten für die Beheizung der Schulanlagen seien in den letzten Jahren eher stabil gewesen. Am Dürerweg konnte der Verbrauch sogar reduziert werden. Auch die Stromverbräuche seien in den letzten Jahren zurückgegangen, aber die Kosten seien durch die Verschlechterung der Preise weiter gestiegen.

Darlehensstand bei 3,45 Millionen

Der Geschäftsführer ging auch auf Zuschüsse für Betreuung und Versorgung und Ausgaben im Bereich der Ganztagesschule, inklusive des schulübergreifenden Streitschlichterprojektes, ein. Für die Mittagsversorgung gebe man einen Defizitausgleich von 100 000 Euro, der kommunale Anteil an der Ganztagesschule betrage 104 500 Euro.

Der Darlehensstand habe sich zum 1. Januar 2019 auf rund 3,45 Millionen Euro belaufen und bis zum Jahr 2022 liefen die aufgenommenen Kredite zur Finanzierung von Investitionen aus. Bis dahin sollen alle Kredite über zinslose Darlehen für die Bausanierungen abgedeckt werden. Zum Ende dieses Jahres erreiche die Zinsbelastung einen bislang historisch niedrigen Wert von weniger als 36 000 Euro.

Vorsitzender Landrat Wilhelm Schneider sprach von einer sehr positiven Entwicklung, bei der sich auch der Schuldenstand sehen lassen könne und die Finanzen geordnet seien. Die Mitglieder des Zweckverbandes stimmten dem Haushalt einmütig zu.

Architekt Peter Giessegi ging dann auf die Entwurfsplanung für Kip-S für die energetische Sanierung und räumliche Verbesserungen der Mittelschule und des ehemaligen Hausmeisterhauses ein. Das Gebäude des Traktes A sei ja Mitte der 60-er Jahre als sogenanntes Gymnasium 67 gebaut und im Jahr 2006 in großen Teilen saniert worden. Allerdings konnten damals noch keine umfassenden Verbesserungen in der energetischen Situation finanziert werden.

Wärmeverluste im Winter

Die Erfahrungen der letzten Jahre und gerade auch die des heißen Sommers 2018 mit einer großen sommerlichen Aufwärmung, aber auch die Wärmeverluste im Winter machten jetzt ganz andere Überlegungen notwendig, und dies habe zur Überprüfung zusätzlicher Maßnahmen geführt. So seien bisher lediglich West- und Ostfassade gedämmt, während Nord- und Südseite aus einer Betonkonstruktion bestünden, in der 70 Prozent der Fläche aus Glas bestünden. Man müsse deswegen für eine Reduzierung der Sonneneinstrahlung sorgen, weil keinerlei Verschattung für den hohen Verglasungsanteil vorhanden sei. Dies wolle man durch einen starren, fest montierten Sonnenschutz erreichen. Zusätzlich sollen vorhandene Oberlichter mit einem zeitgesteuerten Motor ausgestattet werden. Der Eingangsbereich soll einen Windfang erhalten und schließlich wolle man das Hausmeisterhaus, das nicht mehr benötigt werde, einer Nutzung durch Spontangruppen zuführen.

Architekt Peter Giessegi kam auf eine Kostensumme von insgesamt 878 000 Euro, wobei der Zweckverband nach Abzug der Förderung einen Eigenanteil von 197 214 Euro zu tragen hätte. Dem stimmten die Verbandsräte auch zu.red