Die Stadt wünscht sich, dass die Schule bleibt. Seit dem Jahr 2000 gibt es die "Freie Waldorfschule in den Mainauen" in Haßfurt. Bald läuft der Mietvertrag für das ehemalige Grundschulgebäude am Ziegelbrunn aus, das die Waldorfschule für seine Schülerausbildung nutzt. Allerdings hat sich der Gebäudezustand über die vergangenen Jahre zunehmend verschlechtert, so dass eine Verlängerung des Mietvertrages keine Option ist, wie Haßfurts Bürgermeister Günther Werner (WG) bei der Stadtratsitzung am vergangenen Montagabend im Rathaus in Haßfurt erklärte.

Oder wie Stadtbaumeister Wolfgang Braun es sagte: "Verantwortungsbewusst vermieten können wir das nicht mehr." Das Gebäude sei so ramponiert, dass man es höchstens ein bis zwei Jahre notdürftig halten könne.

Sichere Planung

Nun will die Stadt den Waldörflern
baldmöglichst Klarheit verschaffen. "Eine sichere Planung (für die Schule, die Red.) ist nur möglich, wenn wir einen entsprechenden Beschluss vorlegen", sagte Bürgermeister Günther Werner vor dem Gremium. Der Träger der Schule, der Gründungskreis Waldorfschule Mainfranken e. V., hat sich seit 2007 darum bemüht, an einem anderen Standort einen Neubau zu verwirklichen. Allerdings mussten die Planungen aus finanziellen Gründen verworfen werden, weshalb der Träger bei der Stadt Haßfurt beantragt hat zu prüfen, ob ein Verbleib am bisherigen Standort möglich ist. So geht es aus den Unterlagen der Stadtratssitzung hervor.

Entscheidung Ende April

Die Schule will bei einer Vorstandssitzung Ende April entscheiden, ob sie in Haßfurt bleibt oder in eine andere Kommune umzieht. Wegen der aktuellen Osterferien war kein Verantwortlicher der Waldorfschule für eine Stellungnahme zu erreichen. Auch Bürgermeister Günther Werner stand in den letzten Tagen nicht in Kontakt mit der Waldorfschule, wie er sagte. Allerdings sollen offene Fragen bald geklärt werden, da es für beide Seite von Interesse sei, zügig Klarheit zu haben, sagt er. Vor allem die Schule brauche eine gewisse Planungssicherheit. Auch für mögliche Förderungsanträge bei einem Neubau der Schule sei eine zügige Einigung notwendig, da solche Anträge oft weit vor Baubeginn gestellt werden müssen, um Zuschüsse mitnehmen zu können.

Ehemaliges Waldi-Gelände?

Als ein Alternativstandort zur Adresse am Ziegelbrunn soll erneut das ehemalige Gelände der Waldi-Schuhfabrik am Langen Rain geprüft werden, das schon einmal von den Waldorf-Verantwortlichen als zu beengt befunden wurde. Für die erneute Überprüfung des Geländes hatte sich vor allem Stadtrat Jürgen Kehrlein (CSU) wegen der damit gegebenen Nähe zum Schulzentrum eingesetzt. Er stimmte als einziger gegen den Beschlussvorschlag, nach dem sich der Stadtrat für einen Verbleib der Schule am Ziegelbrunn ausspricht, mit dem Zusatz, unter anderem das Waldi-Altgelände erneut zu überprüfen.

Nach Auskunft der Verwaltung könnte bereits im Juli 2016 Baubeginn für eine neue Waldorfschule sein.



Polizei: Crystal macht zunehmend Probleme


Wenn eine Stadt sicher ist, dann ist das gut in vielerlei Hinsicht, stellte der Stadtrat Haßfurt bei seiner Sitzung am Montagabend fest. Zum einen ist es ein entscheidender Standortfaktor, wenn sich etwa Unternehmen ansiedeln wollen. Ebenso ist es für die Bürger von Belang, die sich in sicherer Umgebung - im Normalfall - wohler fühlen. Um sich einen Überblick über die Situation in Haßfurt zu verschaffen, hat der Stadtrat den Chef der Polizeiinspektion Haßfurt, Kurt Förg, ins Rathaus eingeladen, der einen Vortrag zum Thema hielt.
Insgesamt hat sich die Sicherheitslage in Haßfurt, wenn man so will, verschlechtert, wenn man den Vorjahresvergleich heranzieht: Im Jahr 2014 wurden nach Polizeiangaben 2327 Straftaten registriert, 2013 waren es 2078. 2010 dagegen waren es 3725 Straftaten. Aufgeklärt werden die meisten der Straftaten, die Quote liegt meist im Bereich um die 70 Prozent. So gesehen, sagte Förg, könne man über einen längeren Zeitraum von relativ konstant hoher Sicherheit im Zuständigkeitsbereich der Inspektion sprechen. Ihr Gebiet erstreckt sich über 631 ilometer von Haßfurt über Aidhausen bis in den Norden und Osten, wo dann die Eberner Polizei zuständig ist.

Eines der Probleme, die Förg ansprach, ist im Drogenbereich angesiedelt. Meist bekommen Nichtbetroffene wenig davon mit. Jedoch tauchen Drogenkonsumenten oft in zwei Statistiken auf: Bei der Straftat mit der Droge selbst (94 Rauschgiftdelikte im vergangenen Jahr) und etwa im Bereich Diebstahl (insgesamt 708 Diebstahldelikte 2014), da viele Konsumenten im Zuge der Beschaffungskriminalität Einbrüche etwa in Gartenhütten und dergleichen begehen. Förg betonte, dass er zwar kein Freund von sogenannten weichen Drogen wie Marihuana oder anderen THC-haltigen Produkten sei. Aber "wenn wir uns noch über Cannabis-Probleme unterhalten: Damit kann man leben." Ernsthafte Probleme würden derzeit durch das als Crystal-Meth bekannt gewordene Methamphetamin verursacht. Die euphorisierende Droge mit enormem Suchtpotenzial zerstöre ihre Konsumenten regelrecht.



Neue Straßennamen im Neubaugebiet


Widerstandskämpfer Für das Wohngebiet "Am Osterfeld - Teil 2" legte der Stadtrat zu einem Tema Straßennamen fest.

Graf von Stauffenberg Claus Phillip Maria Schenk Graf von Stauffenberg versuchte, Hitler zu töten. Stauffenberg hat familiäre Bande nach Bamberg und in den Kreis Haßberge.

Willy Aron Willy Aron war Nazi-Gegner und eine der prägenden Figuren der sozialistischen Arbeiterbewegung Bambergs.

Georg Elser Johann Georg Elser war ein Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. Er verübte 1939 im Bürgerbräukeller in München ein Bombenattentat auf Hitler und seine Schergen.

Dietrich Bonhoeffer Der Theologe war entschiedener Gegner der Nazis.

Geschwister Scholl Sophie und Hans Scholl waren Mitglieder der NS-Widerstandsbewegung "Weiße Rose".