Seit zwei Jahren gibt es in Zell konkrete Gespräche mit Vertretern der Kirchenverwaltung. Sie verfolgen das Ziel, den lang gehegten Wunsch von einem Dorfzentrum zu realisieren. Es sei schon immer Wunsch von Bürgermeister Stefan Paulus gewesen, das Pfarrhaus in dem Knetzgauer Gemeindeteil zu sanieren, um dort ein Objekt zu schaffen, das dem Offenen Treff in Westheim ähnle. Bei der Bürgerversammlung am Donnerstag im Sportheim von Zell legte Paulus Pläne vor, um zu zeigen, dass man sich auf das Machbare konzentrieren und den Umbau des Pfarrheimes angehen wolle. Hier könnte ähnlich wie im Offenen Treff in Westheim mit geringerem Kostenaufwand Räume für Krabbelgruppen, für die Jugend, Wirtshaussingen, Seniorennachmittage, VHS-Kurse und Ähnlichem geschaffen werden. Dafür sei aber auch Eigeninitiative der Zeller gefordert.
Ein Großteil der Zeller würde aber lieber das bisherige Pfarrheim, das schon lange in die Jahre gekommen ist, als Pfarrzentrum sehen, wie sich Berthold Götz für dieses Vorhaben stark machte. Die angedachten Pläne von Paulus für das in unmittelbarer Nähe zum Pfarrheim angesiedelte Pfarrhaus verwarfen die Zeller, die von einer anderen Dorfstruktur ausgehen, als dies in Westheim sei, wie es Uschi Roppelt-Gehring, Vorsitzende vom Musikverein Zell vorbrachte. Gerade die Musiker hätten gerne einen Probenraum, der in dem von Paulus vorgelegten Konzept mit Umbau des Pfarrhauses keinen Platz fände. "Wenn wir schon investieren, dann in etwas Größeres", argumentierte Roppelt-Gehring. Der Neubau des Pfarrheimes sei keine Sache der politischen Gemeinde ließ Paulus den Anwesenden wissen.


Zuschüsse nur bei Neubau?

Berthold Götz ging auf den Werdegang der Gespräche mit Interessensvertretern ein, die die Idee eines Dorfgemeinschaftshauses vor drei Jahren kreiert hatten. Mit Gesprächen bei den Verantwortlichen der Diözese in Würzburg wurden den Zellern Zuschüsse in Höhe von 400 000 Euro sichergestellt, aber nur für den Neubau eines Pfarrheimes. In Würzburg sei mündlich auch die Zusage von höheren Zuschüsse für eine Finanzierungslücke gemacht worden. Das alte Pfarrheim müsste allerdings abgerissen und neu gebaut werden.
Die von Paulus vorgelegten Pläne für eine "kleine Lösung" wären laut Götz mit der Kirche so nicht abgestimmt. Offensichtlich mangelte es bei der Kommunikation zwischen Gemeinde und Kirche, wie Götz vermutete. Für Bürgermeister Paulus sei die Finanzierung eines neuen Pfarrheimes realitätsfremd. Vor allem die Kosten für Unterhalt müssten im Vorfeld abgeklärt werden. Die Gemeinde würde generell einen Zuschuss in Höhe von 170 000 Euro aus eigenen Mitteln und der Dorferneuerung für den Umbau des Pfarrhauses gewähren. Darin müssten aber auch noch Kosten für die Umgestaltung des Kirchenumfeldes bereitgestellt werden. Daher lautet die Philosophie des Bürgermeisters: "Mit kleinem Aufwand etwas machen". Der Zeller Gemeinderat Willi Fuß plädierte ebenfalls dafür, in eine "große Lösung" zu investieren und sich ernsthafte Gedanken über das Zahlenwerk zu machen, das bei einem Neubau an die Millionengrenze stoßen werde. Nach dem Austausch der Beweggründe, die sachlich und ruhig vorgetragen wurden, soll nun abgewartet werden, wie die Gespräche mit der Kirche hinsichtlich der Finanzierungsfrage weiter verlaufen.
Bei den anschließenden Wortmeldungen wurde vor allem das leidige Thema Verkehr angesprochen. Wie schon in den vorangegangenen Bürgerversammlungen bat Bürgermeister Paulus die Bürger, selbst aktiv zu werden und sich bei den entsprechenden Stellen wie Landratsamt oder staatliches Bauamt zu beschweren. In diesem Zusammenhang erkundigte sich Manuel März über die kommunale Verkehrsüberwachung. Prioritäten würden hierbei vor allem im Gewerbegebiet, vor Gaststätten, an Bushaltestellen im Bereich der Schule und beim Parken auf Gehwegen forciert. In den drei Monaten, in denen die Verkehrsüberwachung im Dienst ist, wurden 200 Ordnungswidrigkeiten festgestellt, wie Paulus sagte.
Willi Fuß bat um den Sachstand für das neue Tierheim. Paulus ging auf das Prozedere ein und zeigte sich verärgert, dass in der Presse das Vorgehen der Gemeinde Knetzgau, den Vorsitz des Zweckverbandes nicht zu übernehmen, als "peinlich" bezeichnet wurde. Es würde der Verwaltung an zeitlicher Kapazität für diese Aufgabe mangeln.


Wildwuchs am Bach

Desweiteren erkundigte sich der ehemalige Wanderwart Hilbert Braunreuther, wann die Wandertafeln wieder aufgestellt werden. Manfred Sponsel erkundigte sich, ob man Totholz an den Ufergrundstücken entnehmen darf. Wer für die Sauberhaltung des Kirchenumfeldes zuständig sei, wollte Erika Leisentritt wissen. Richard Mühlfelder sprach als Gästeführer den Pflanzenwildwuchs am Bachverlauf in der Hinteren Gasse an. Die Frage nach der Einführung des Gelben Sacks stellte Christine Rippstein, die die Zunahme von Plastikmüll im Zeller Bach feststellen konnte. Nicht nur der Weg zum Schloss, sondern auch Straßenschäden an verschiedenen Stellen, vor allem am Burgstall wurden moniert. Genauso wie der Zustand des Kreuzes an der Schloßsteige.