In den nächsten Wochen stehen in Zeil und seinen Stadtteilen die Bürgerversammlungen an. Den Anfang machte am Dienstagabend Krum, wo das zentrale Thema die Schaffung neuer Bauplätze war.

Bevor er auf die Krum betreffenden Themen zu sprechen kam, gab Bürgermeister Thomas Stadelmann (SPD) einen Überblick über Angelegenheiten, die alle Teile der Kommune angehen. Zur Bevölkerungsentwicklung sagte er: Ziegelanger, Krum, Schmachtenberg haben es geschafft, ihre Einwohnerzahl in den letzten Jahren nahezu gleich zu halten.

Nimmt man alle Stadtteile zusammen, hat Zeil allerdings in den vergangenen Jahren einen Rückgang von etwa 100 Einwohnern zu verzeichnen. Zwar zogen viel mehr Menschen nach Zeil, als die Stadt verließen, doch noch heftiger schlug zu Buche, dass es wesentlich weniger Geburten als Sterbefälle gab.
Dennoch betonte der Bürgermeister: "Insgesamt stehen wir gar nicht so schlecht da." Denn in anderen Orten habe der demografische Wandel viel härtere Auswirkungen. Auch die vielen Zuzüge junger Menschen sorgten dafür, dass die Gesellschaft nicht überaltere. Das führte Stadelmann vor allem auf Zeils günstige geografische Lage zurück. Durch die nahe Autobahn und die Anbindung ans Eisenbahnnetz sei Zeil gut erreichbar.

Auch auf die Asylsuchenden kam er zu sprechen. Derzeit leben rund 150 Flüchtlinge in Zeil. "Wir in Zeil merken es gar nicht so", sagte der Bürgermeister, denn die Stadt habe schon vor dem verstärkten Zug von Flüchtlingen in einigen arabischen Staaten Asylbewerber aus Krisengebieten aufgenommen. "Wir haben mit ihnen nicht mehr Probleme als mit den Einheimischen", meinte er.


Verschuldung steigt an

Die Schulden der Stadt Zeil haben sich seit Stadelmanns Amtsübernahme 2010 von 7,5 auf acht Millionen Euro erhöht. Einer der Gründe sei, neben einigen nötigen Ausgaben, auch ein Einbruch der Gewerbesteuer in den Jahren 2013 und 2014. Verantwortlich hierfür waren, wie er sagte, auch Rückzahlungen, die die Stadt leisten musste. "Aus Datenschutzgründen darf ich nicht sagen, um welches Unternehmen es sich handelt." 2015 gingen die Gewerbesteuereinnahmen wieder nach oben.


Neues Baugebiet

"Es gibt eine Sache, die mir gestunken hat", leitete Stadelmann das wichtigste Thema ein, das Krum betrifft. So habe zwar der ganze Stadtrat gemeinsam für die Schaffung eines neuen Baugebiets gekämpft. Trotzdem hätten viele Bürger des Ortes unterstellt, "die machen nur Sprüche", und prophezeit, dass aus dem Projekt sowieso nichts werde. "Aber wir haben es geschafft", freute sich Stadelmann, auch wenn er zugab, dass es Schwierigkeiten gab und die Verhandlungen zum Grunderwerb zu scheitern drohten. Nun aber stehen 16 neue Bauplätze im Nordwesten des Ortes zur Verfügung, von denen einer bereits verkauft ist. Auch für andere gibt es bereits Interessenten.
Am Dienstag war der offizielle Spatenstich für das Areal. "Aus meiner Sicht ist es ein wunderschönes Baugebiet", bekräftigte der Bürgermeister. "Wenn die, die reserviert haben, dabei bleiben, dann haben wir nächstes Jahr keine Bauplätze mehr."
Bis Ende Juli haben nun die Bürger von Krum ein Vorrecht, sich einen neuen Bauplatz im eigenen Heimatort zu sichern. Danach können auch Auswärtige Grundstücke erwerben. Der Quadratmeterpreis soll zwischen 75 und 80 Euro liegen.
"Die Stadt verdient daran kein Geld", betonte Stadelmann. Ziel sei ein Bebauungsplan, der den Bürgern möglichst viele Freiheiten bei der Gestaltung lässt und nicht für jede kleine Änderung an der Dachform eine teure Sondergenehmigung nötig macht. Dennoch riet Stadelmann, wer bauen will, solle sich vorher mit der Stadt in Verbindung setzen und fragen, ob die Pläne in dieser Form umgesetzt werden können.
Ein weiteres Thema war der Breitbandausbau. Hier soll zur Anbindung des Stadtteils Sechstal ein Glasfaserkabel durch Krum gelegt werden. Krum über Vectoring zu versorgen, sei also in jedem Fall möglich. Die Stadt sucht nun aber nach Möglichkeiten, vielleicht auch hier eine Versorgung mit Glasfaser direkt zu den Häusern zu erreichen. Möglicherweise könnten entsprechende Arbeiten miterledigt werden, wenn die Straßendecke ohnehin für die Erdverkabelung geöffnet werden muss. Zu diesem Thema kündigte der Bürgermeister an, es werde eine gesonderte Bürgerversammlung geben, sobald etwas mehr Klarheit besteht.
Markus Frank von der Bauverwaltung sprach über die Pläne zur Sanierung des Krumbachs. Der soll weiter nach Osten verlegt werden, nicht mehr so gerade verlaufen und eine höhere Fließlänge erreichen. "Das macht die Firma Albert aus Oberaurach. Die machen viel für das Wasserwirtschaftsamt", berichtete Frank. Geplant sei eine "erlebnisnahe, naturnahe Gestaltung", wie Markus Frank erklärte. "Die Natur soll sich ihren Lebensraum zurückholen."
Möglicherweise könnte auch ein Grillplatz angelegt werden. Auf den Wunsch einiger Bürger, die sich einen Trampelpfad entlang des Baches wünschen, entgegnete Bürgermeister Stadelmann: "Das liegt nicht allein an uns. Wir können nicht einfach auf Privatgrund bauen."


Was passiert mit Schulhaus?

Der Bürgermeister kündigte an, auch was das Krumer Schulhaus angeht, noch in dieser Amtszeit etwas bewegen zu wollen. Seiner Ansicht nach wäre ein Abriss des mittlerweile "komplett verwaisten" Gebäudes das Sinnvollste.
Als die Bürger die Möglichkeit hatten, selbst Themen anzusprechen, verwiesen einige auf die Verkehrssituation und darauf, dass viele Autofahrer innerorts zu schnell unterwegs seien. Daher wurden verschiedene Möglichkeiten diskutiert, diese Gefahr zu verringern.