Ludwina Kuhn, Christa Schlegelmilch und Christine Karl sind Mitglieder des Zeiler Vereins. Aus freundschaftlicher Verbundenheit kamen aus Lichtenfels auch Stefanie Fuhrmann und Stefanie Müller.

Beifuß? "Das kenn' ich schon vom Gänsbraten!" Stefanie Fuhrmann und ihre Freundin Stefanie Müller waren ganz Ohr, als ihnen Christine Karl erklärte, wie man denn nun Beifuß-Tinktur und -Öl herstellt, und für was die gut sind. Die Heilpraktikerin und die Innenarchitektin wandelten auf ganz neuen Pfaden.


Intensive Beschäftigung mti dem Thema



In den Blickpunkt hatte Christine Karl Beifuß, Lavendel, Ringelblume und Schafgarbe gestellt. Und das sollte die ganze Aufmerksamkeit und gründliches Mitmachen fordern. Die Frauen, die kamen, hatten vorher eine lange Liste von Anschaffungen für den Kurs abarbeiten müssen. Da hörte sich Christine Karl schon auch ein kritisches Wort an: "Das hättest du doch im Vorfeld besorgen können!", hieß es. Aber die Kräuterführerin klärte auf: "Ich wollte, dass Ihr Euch damit intensiv beschäftigt." Tatsächlich kamen einige und berichteten, dass sie Schwierigkeiten hatten, über 40-prozentigen Korn zu finden. Der doch früher auf den Dörfern üblich und bei den Schnapsbrennern aufzutreiben war.

Es hat, erfuhren sie, seinen Grund, die Kräuter mit einem solchen Schnaps anzusetzen: Die dabei entstehende Tinktur wird intensiver und länger haltbar als mit einem "nur" 38-prozentigen Schnaps. Freilich kann man auch diesen nehmen, beruhigte Christine Karl. Ebenso wie 54-prozentigen Rum: Mit Beifuß entsteht da nicht nur ein gutes Einreibemittel zur Vorbeugung von Muskelkater und zur Stärkung von Muskeln. Ein kleiner Schluck davon hilft auch bei Magenverstimmung. Beifußöl tut im Übrigen gut bei Rheuma.

Christine Karl beschrieb, dass man bei Schnäpsen und Ölen ruhig das auswählen darf, was man selbst gerne mag. Also dann Olivenöl statt Raps- oder Distelöl. Freilich schmeckt man bei den beiden letzteren, neutraleren Ölen die eingelegten Kräuter mehr durch. Alles Geschmackssache, meinte die Kräuterführerin, die für die Ringelblumen- und Schafgarbensalbe am Vortag Vorbereitungen getroffen hatte, um die weiteren Verarbeitungsschritte zu zeigen: Erwärmen, Abseihen, Bienenwachs dazugeben und in Tiegelchen füllen.


Das Geheimnis der Salbe



So konnten die Frauen die Kräuter für die Salbe ansetzen und als Hausaufgabe daheim zu Ende führen. Erika Gehring aus Zeil war am Schluss richtig begeistert. Wie sie hatten auch andere Frauen sich an das Selbermachen der Ringelblumensalbe "nicht herangetraut", obwohl sie theoretisch wussten, dass man das machen kann. Diese Salbe ist gut für schmerzende Muskeln und Gelenke und auch bei schlecht heilenden Wunden (sogar Dekubitus). Nun sahen die Frauen Schritt für Schritt, wie solch eine Salbe gemacht wird und fanden übereinstimmend: "Da weiß ich, was drinnen ist!" Erika Gehring bilanzierte: "Das war total schön und gar nicht so schlimm. Jetzt kann ich's auch selber."

Sie ging wie die anderen Frauen nach Hause mit neuem Wissen darüber, wie man Kräuter richtig trocknet, damit sie sich für Tees eignen. Die schönen Kräutersträuße sorgen wohl in den nächsten Tagen und Wochen zuhause kopfüber für eine "dufte" Dekoration, bis sie ganz getrocknet sind und in Gläser oder Dosen kommen. Die Tinkturen sorgten im Übrigen für Gesprächsstoff. Welcher Alkohol ist der Beste? Korn, Doppelkorn, Rum, Zwetschgenschnaps, reiner Alkohol aus der Apotheke - die Bandbreite ist groß, wie Christine Karl deutlich machte.

Ebenso war es bei den Kräuterölen. Für die Hautpflege zeigte Christine Karl den Nutzen von Mandel- oder Jojobaöl. Mit Schafgarbe entsteht dabei ein hautfreundliches Mittel, das seine Wirkung bei Ekzemen entfaltet, und nicht nur da. Auch bei Haarausfall durch hormonelle Störungen oder nach einer Chemotherapie hilft es, wenn man es in die Kopfhaut einmassiert und über Nacht wirken lässt.

Am Ende galt: Kräuter sind vielseitig und individuell einsetzbar. Es wird das verarbeitet, was man mag und schätzt. Wichtig war es Christine Karl, den achtsamen Umgang mit den wertvollen Pflanzen in der Natur zu vermitteln.