Etwas anders als in den vergangenen zehn Jahren wurde heuer in Zeil das neue Jahr begrüßt. Der Neujahrsempfang auf dem Marktplatz fiel aufgrund der geltenden Corona-Vorschriften ebenso aus wie die Blasmusik und der Chorgesang beim ökumenischen Gottesdienst in der Pfarrkirche, der trotzdem stattfand. Mit rund einem Dutzend Besuchern war der Platzbedarf in der Kirche sehr überschaubar und somit auch die Abstandsregeln mehr als eingehalten.

Nur begleitet vom Orgelspiel hielten Pastoralreferent Norbert Zettelmeier und sein evangelischer Glaubensbruder, Pfarrer Hans-Christian Neiber, den Gottesdienst, der die Barmherzigkeit als Thema hatte. Insbesondere dankten die beiden Geistlichen allen Beschäftigten in den Pflegeberufen, für die die Coronazeit eine besondere Herausforderung darstellt. Im lokalen Zusammenhang wurde auch dem Personal des Zeiler AWO-Altenheimes Respekt und Anerkennung für ihre Arbeit gezollt.

An die Grenzen der Belastbarkeit

Auch Bürgermeister Thomas Stadelmann dankte in seiner Ansprache den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Hans-Weinberger-Hauses, die bis an ihre Belastungsgrenze und teilweise darüber hinaus gehen, um die Versorgung und Pflege in der Einrichtung aufrechterhalten zu können.

Der Virus habe sich im Altenheim rasend schnell ausgebreitet und seine Wirkung leider mit voller Wucht gezeigt, so der Bürgermeister. Ein Großteil der Bewohner und der Belegschaft wurde infiziert und sehr viele Todesfälle seien zu beklagen. "Unsere Trauer und Anteilnahme gelten den Verstorbenen aus dem Hans-Weinberger-Haus und allen, die an oder mit dem Virus verstorben sind. Allen Angehörigen sprechen wir unser Beileid und Mitgefühl aus", sagte Stadelmann.

Das Miteinander fehlt

Nicht nur die Entwicklung im Altenheim habe mehr als deutlich gezeigt, dass trotz aller Vorsicht und der Einhaltung aller vorgeschriebenen Regelungen, der Virus völlig unberechenbar sei und jeden von uns jederzeit treffen könne. Deshalb gelte es für jeden Einzelnen mehr denn je, die Abstandsregeln, Hygienevorschriften und weiteren Beschränkungen sehr, sehr ernst zu nehmen und einzuhalten.

Bei so viel Leid, das der Virus in die Gesellschaft gebracht habe, fuhr Stadelmann fort, scheine es fast schon nebensächlich, dass viele Veranstaltungen im vergangenen Jahr nicht stattfinden konnten. Es seien sicher weniger die Veranstaltungen an sich, die vermisst werden, sondern umso mehr die wichtigen sozialen Kontakte, ein persönliches Gespräch, ein freundschaftlicher Händedruck oder die für viele so wichtigen Umarmungen. "Trotz allem hat mich persönlich sehr beeindruckt, wie das Gemeinwesen und die Solidarität funktionieren und lebendig sind. Das ist nicht zuletzt ein Verdienst unserer Vereine, Gruppen und Ehrenamtlichen, ihnen allen ein herzliches vergelt`s Gott", erklärte Bürgermeister Stadelmann.

2020 viel erreicht

Die Stadt Zeil hat 2020 die Erschließung von neuen Bauplätzen im Baugebiet "Mittelsetzring II" abgeschlossen. Eine große Baumaßnahme, verbunden mit Einschränkungen, war der erste Bauabschnitt der Sanierung in der Sander Straße. Dort wurden der Kanal, die Wasser- und Stromleitungen sowie der Gehweg erneuert. Eine weitere große Maßnahme war die Umsetzung des Brandschutzkonzeptes und die Maßnahmen zur Umsetzung der Digitalisierung in der Mittelschule. Die Umwidmung der Umgehungsstraße zur Staatsstraße und der innerörtlichen Staatstraße zur Ortsstraße konnte unterzeichnet werden.

Auf Initiative der Mittelschule und unter tatkräftiger Mitwirkung des Bauhofes wurden ein "Grünes Klassenzimmer" und ein Waldlehrpfad geschaffen. Das Wassertretbecken soll bald instandgesetzt und das Umfeld gestalterisch aufgewertet werden. "Sehr wichtig war für uns, dass wir erneut Stabilisierungshilfe bekommen haben, die 1,325 Millionen Euro helfen uns sehr", erinnerte Stadelmann an den Zuschuss des Freistaates.

Projekte für 2021

Auch im laufenden Jahr werde Zeil nicht untätig sein, so Stadelmann. Voraussichtlich Ende Februar / Mitte März wird mit dem zweiten Bauabschnitt in der Sander Straße, von der Sparkasse bis zum Bahnübergang, begonnen. Die Maßnahme wird voraussichtlich bis kurz vor Weihnachten dauern.

Es wird auch mit der Sanierung des Caritashauses begonnen, in dem vier Kinderkrippengruppen entstehen. Im Zuge der Neustrukturierung werden die Caritas-Kindertagesstätte am Haardtweg erweitert und eine Mensa und sonderpädagogische Räume angebaut.

Weiterhin wird in Straßensanierungen investiert und unter anderem die fehlende Erdverkabelung in der Brunnengasse in Schmachtenberg vollzogen. Auch werde in den Bauhof-Fuhrpark investiert und der Bereich um den Stadtsee wie auch der Spielplatz im Mittelsetzring aufgewertet.

Der Stadtrat wird im März über die weitere Stadtentwicklung beraten.