Eigentlich waren die Beamten ausgerückt, um der Aussage des Ex-Freundes der Tochter des Angeklagten nachzugehen, dass sich im Haus Schusswaffen befänden. Solche fanden die Polizisten nicht, dafür aber den Wurfstern in einem Korb in der Garage. Wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz musste sich der Familienvater nun vor dem Amtsgericht Haßfurt verantworten. Denn er hatte gegen den Strafbefehl in Höhe von 40 Tagessätzen zu 50 Euro Einspruch eingelegt. Auch Amtsrichterin Conver fand die Höhe der Geldstrafe "happig". Zumal die Umstände etwas ungewöhnlich waren.

Der Angeklagte behauptete nämlich, dass der angebliche Wurfstern in einem Rasentrimmer als Schneidmesser verbaut war, den er vor 20 Jahren gebraucht gekauft hatte. Als das Gerät seinen Geist aufgab, hatte er den Wurfstern als "Altmetall" aufbewahrt. Kurioserweise waren Polizisten schon 2001 bei einer Hausdurchsuchung auf den Wurfstern gestoßen. Da der Besitz zu dieser Zeit aber noch straffrei war, hatte das keine Konsequenzen.

"Ich interessiere mich nicht für Waffen und ich halte mich an die Gesetze. Ich will keine Konflikte mehr", betonte der 47-Jährige mehrfach. Oberstaatsanwalt Martin Dippold war schon geneigt, das Verfahren einzustellen - wenn da nicht das lange Vorstrafenregister gewesen wäre. "Einschlägig", wie Richterin Conver kommentiere. Die Vorstrafen wurden nicht verlesen. Doch seit 2006 ist der 47-Jährige strafrechtlich nicht mehr in Erscheinung getreten.

"Warum hat Ihre Tochter denn erzählt, Sie hätten Waffen im Haus?", hakte Oberstaatsanwalt Dippold nach. "Keine Ahnung, vielleicht wollte sie sich wichtig machen", antwortete der Angeklagte. Da er den Vorwurf nicht abstritt und sein Leben augenscheinlich in geordneten Bahnen verläuft, wurde das Verfahren schließlich gegen eine Geldauflage von 300 Euro eingestellt.