Die Diskussion um eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer im Wülflinger Altort nimmt wieder Fahrt auf. In den vergangenen Jahren oft schon von den Anwohnern gefordert, hat jetzt eine Initiative eine Facebook-Gruppe gegründet, die mithelfen soll, das Vorhaben in die Tat umzusetzen. In der Facebook-Gruppe gibt es zurzeit 24 Mitglieder, unter ihnen einige Stadträte.

Rolf Lutz ist der Gründer der Gruppe. Sein Vater Günther Lutz hat Anfang der 1980er Jahre auch bereits um eine Tempo-30-Zone in einem Haßfurter Stadtteil gekämpft. Und das Engagement hat sich damals gelohnt. Seit Jahrzehnten gilt im Sylbacher Wohngebiet die Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern.

Es war eine spontane Idee von Rolf Lutz, einen erneuten Anlauf zu starten, wie er bei einem Pressetermin vor Ort berichtet. "Die Baustelle ist bald fertig, da wäre es doch sinnvoll, mindestens die Wässernachstraße gleich ab Beginn der Verkehrsfreigabe auf 30 Stundenkilometer zu beschränken und vielleicht sogar noch rechts vor links einzuführen", sagt der 43-jährige Familienvater, der sich nicht nur um seine eigenen Jungs im Alter von sieben und neun Jahren Sorgen macht, sondern auch um alle anderen Familien und Anwohner, vor deren Haustür bisher noch 50 Stundenkilometer schnell gefahren werden darf.

Bei einem Dorfrundgang zeigt Rolf Lutz die besonders gefährlichen Stellen. Kurz vor dem Ortsende Richtung ehemaliger B 26 mündet der Verkehr aus der schlecht einsehbaren Scheuerleinsgasse in die Wässernachstraße ein. Auch vom Fahrradweg auf der anderen Seite der Bahnlinie ist der Bereich für Radler eine direkte Zufahrt nach Wülflingen. Dabei steht dann der Vorderreifen schon in der Wässernachstraße, damit die Radfahrer überhaupt schauen können, ob Verkehr kreuzt.

Ein anderer kritischer Punkt ist der Mainblick, der vom Berg her im unteren Dorf endet. "Hier hat es in der Vergangenheit einige Unfälle gegeben", stellt Rolf Lutz fest, ist aber gleichzeitig der Meinung, dass dieses Eck jetzt mit der Dorferneuerung etwas entschärft wurde. Ein Mehrzweckstreifen macht die Fahrbahn der Wässernachstraße enger und lässt die Autofahrer wohl künftig nicht mehr ganz am rechten Rand der Ortsstraße fahren, von wo aus der Mainblick noch schlechter einzusehen war. In diesem Zusammenhang zeigte eine Anwohnerin und Mutter auf das Geländer, das an der Einmündung eigentlich gut gemeint als Absturzsicherung angebracht wurde: "Die Querstreben laden die Kinder regelrecht dazu ein zu klettern. Mit Längsstäben im Geländer hätte man das ausschließen können."

Auch die Bushaltestelle stellt eine Gefahrenquelle nach Meinung von Rolf Lutz dar. Früh stehen nämlich die Kinder nicht in dem schützenden Häuschen, weil der Schulbus an der anderen Straßenseite hält. "Meine Frau und ich sind früh oft mal draußen und schauen, dass kein Kind gefährdet wird", so Lutz, der direkt neben der Bushaltestelle wohnt. Die Autofahrer haben es früh natürlich besonders eilig und rauschen mit schnellem Tempo vorbei. Da helfe auch keine eingeschaltete Warnblinkanlage des Busses, ergänzt der Anwohner.

Ein weiterer Gefahrenpunkt ist der Spielplatz am Bach. Hier kreuzen sich mehrere Straßen, in denen ein oft hohes Tempo herrscht, erklärt Rolf Lutz. Deshalb erscheint es ihm sinnvoll, wenn nicht nur die Wässernachstraße rechts vor links und Tempo 30 bekäme, sondern auch die Scheuerleinsgasse, die Rinngasse, der Oberthereser Weg und die Gleißnergasse. Alle anderen Straßen in Wülflingen und auch die Wässernachstraße im hinteren Teilstück Richtung Wässernachhalle haben nämlich schon die anwohnerfreundliche Geschwindigkeitsbeschränkung.

Ein Mitstreiter von Rolf Lutz ist Alexander Schnaus, der mit seiner Familie ebenfalls im "Tempo-Hotspot" wohnt. "Optisch hat die Dorferneuerung die Straße zwar verengt, aber wenn 50 gefahren werden darf, dann wird auch so gefahren", meint Schnaus, dem sein Bildstock am Haus schon ein paar Mal angefahren wurde. Weiterhin wurden bereits Unterschriften gesammelt. 55 sind zusammengekommen, wobei nach Auskunft von Rolf Lutz fast in jedem Haus der betreffenden Straßen jemand unterschrieben habe.

Wie Rolf Lutz verlauten ließ, hat er bereits mit dem stätischen Bauamt telefoniert. Dort hieß es, dass Bürgermeister Günther Werner (WG) bereits über das Anliegen informiert sei und wohl einen Vor-Ort-Termin anberaumen werde.