Am Dienstagabend hatte das Landratsamt - ein Novum - zu einer Art Bürgerversammlung in Wonfurt eingeladen. Die Kreisbehörde mit Landrat Rudolf Handwerker (CSU) an der Spitze und namhafte Fachleute unter anderem des Landesamtes für Umwelt legten den gut 300 Bürgern aus Wonfurt und Umgebung den Sachstand dar. Und der könnte beruhigen: Abgesehen von überhöhten, aber dennoch harmlosen Kupferwerten im Boden geht aktuell von der Firma Loacker "keine Gefahr" aus, versicherten die Umweltexperten. Und Handwerker und seine Mitarbeiter betonten wiederholt, dass die Firma Loacker nahezu lückenlos überwacht wird. "Aber auch eine Firma hat Rechte, so lange sie sich im Rahmen der Gesetze bewegt", sagte der Landrat zu der wiederholt geäußerten und mit Beifall quittierten Forderung, den Betrieb, der Elektroschrott recycelt, sofort und dauerhaft zu schließen.

Doch alle Versicherungen konnten nicht beruhigen: Wie konnte es überhaupt zur Freisetzung von giftigem Staub kommen, warum wurde nicht früher und nachhaltiger kontrolliert, fragten die Wonfurter. Wie viel Gift gelangte in die Umgebung, bevor die Behörden ihren Fokus auf Loacker richteten? Dass ein Loacker-Laster erst am Dienstag Kupfergranulat auf der Straße verlor, war nur ein Nebenaspekt. Vertrauen erzeugen solche Vorfälle aber wahrlich nicht.