Die Gemeinde Wonfurt möchte ihren Beitrag zur Energiewende leisten und Photovoltaikanlagen auf den Dächern des Bauhofs und der Kläranlage in Wonfurt errichten. Dies beschloss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Montag.

Um möglichst viel regenerativen Strom zu erzeugen, soll auf Vorschlag von Rudolf Weidenbacher sogar das Dach des Nebengebäudes der Kläranlage verlängert werden. Der Strom, den die Module auf dem Dach der Kläranlage und des Nebengebäudes liefern, soll in den Betrieb der Kläranlage fließen. Er könnte rund 60 Prozent des Bedarfs decken, wie Bürgermeister Holger Baunacher angab.

Stromproduktion auf dem Bauhof-Dach

Der Strom, der im Bauhof gewonnen wird, soll in das Netz eingespeist werden. Anträge wird die Gemeinde an die Überlandzentrale Lülsfeld stellen. Die Angebote für Photovoltaikanlagen konnten die Gemeinderäte nicht bewerten. Franz-Josef Selig hatte dafür plädiert, mehr Geld auszugeben, da diese Module sehr gut getestet seien und aus deutscher Herstellung stammten. Rudolf Weidenbacher hatte vorgeschlagen, die Angebote durch den Bauernverband prüfen zu lassen. Dem Vorschlag schloss sich das Gremium an. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung hat ergeben, dass sich beide Photovoltaikanlagen für die Gemeinde rentieren.

Bereits jetzt weitere Module auf dem Dach der Turnhalle zu montieren, wie Karl Hellwig empfahl, lehnte Baunacher ab. Erst müsse sichergestellt sein, in welchem Umfang die Turnhalle saniert werde, sagte der Wonfurter Bürgermeister.

Schreiben an die politisch Verantwortlichen?

Franz-Josef Selig stellte fest, dass der "Gegenwind der Regierung" in Sachen erneuerbare Energie drohe, die Energiewende abzuwürgen. "Um die Energiewende zu erreichen, müsste uns die Regierung unterstützten, doch das macht sie nicht", beklagte er. "Daher sollten wir uns rühren und darauf bestehen, dass die günstigsten erneuerbaren Energien dynamisch und möglichst dezentral und in der Hand der Bürger und Kommunen ausgebaut werden." Er hat ein Schreiben verfasst, das die Gemeinde Wonfurt an den Bundesenergieminister, den bayerischen Ministerpräsidenten sowie an Bundes- und Landtagsabgeordnete verschicken sollte, wie er vorschlug.

Holger Baunacher bestätigte, dass immer mehr Verantwortung - auch in der Energiewende - auf die Kommunen abgewälzt werde und gleichzeitig Steine in den Weg gelegt würden. Wolfgang Thein meinte, dass eine Petition nicht Aufgabe des Gemeinderats sei. Doch Selig bekräftigte: "Wir müssen unsere Interessen vertreten!", und Baunacher teilte mit, dass er das Thema seinen Bürgermeisterkollegen vortragen werde. Über eine Petition wird der Gemeinderat noch beraten.

Weitere Themen im Wonfurter Gemeinderat

Ebenso wie der Gemeinderat Theres (wir berichteten) stimmte der Gemeinderat Wonfurt der Bildung einer Arbeitsgemeinschaft (AG) "Interkommunale Allianz Westlicher Landkreis Haßberge" zu, der Gädheim, Haßfurt und Königsberg angehören und die gemeinnützige Zwecke verfolgt. Die Kommunen werden mit dem Amt für ländliche Entwicklung Unterfranken ein integriertes ländliches Entwicklungskonzept (Ilek) erstellen, um ihr Profil zu entwickeln. Sprecher der AG ist der Bürgermeister von Theres, Matthias Schneider. 40 Prozent der Gesamtkosten (für Konzept, Verwaltung, Regionalmanagement, Öffentlichkeitsarbeit) tragen die Kommunen zu gleichen Teilen. Der Rest wird nach Einwohnern aufgeteilt. Das Ilek muss Wonfurt also mit rund 6500 Euro finanzieren.

Ferner billigte der Gemeinderat Beschaffungen für die Freiwilligen Feuerwehren der Gemeinde von 4731 Euro.

Vom Biologen abgesegnet

Bürgermeister Holger Baunacher teilte mit, das Fällen von sieben Bäumen am Ortsausgang von Wonfurt Richtung Horhausen sei nötig gewesen. Dies stellte der sachverständige Biologe Rainer Gerber aus Haßfurt fest. Nun ist wieder der Bildstock mit dem Heiligen Michael zu sehen, der um 1740/50 an der Straße von Wonfurt nach Haßfurt aufgestellt worden war und um 1970 hierher versetzt wurde. Laut Heimatforscher Raimund Vogt hat der Wonfurter Arthur Piermaier die Figur des Heiligen überarbeitet. Dass in Wonfurt Michaels-Bildstöcke aufgestellt wurden, hängt mit der Stiftung der Erzengel-Michael-Bruderschaft durch den Wonfurter Schlossherrn Franz Conrad von der Beeck 1732 zusammen.

Rainer Gerber hat für Wonfurt ein Baumkataster erstellt und Maßnahmen zur Verkehrssicherheit und zum Erhalt öffentlicher Bäume, aufgezeigt. Zwei Seilsicherungen sollen eine Platane auf dem Seckendorffplatz erhalten. Der Gemeinderat stimmte den Kosten von 1160 Euro zu.

Architekt Günther Pollach soll ein Fluchtwegekonzept für die Schule in Dampfach erstellen und prüfen, ob das Dach der Schule für eine Photovoltaikanlage geeignet ist.

Brücke ist baufällig

Die baufällige Brücke über einen Flurweg zwischen Horhausen (Theres) und Dampfach (Wonfurt) liegt auf Dam pfacher Gemarkung. Wonfurt muss prüfen, welche Sicherungsarbeiten nötig sind. Da Kinder in Steinsfeld nach dem Aussteigen aus dem Schulbus "kreuz und quer" über die Straße laufen, regt Baunacher einen Lotsendienst an.