Ziel ist es, möglichst viele Ortschaften mit dem jeweiligen Schwalbenbestand zu erfassen. Dazu werden die besetzten Nester der Mehlschwalben an den Hauswänden und der Rauchschwalben in den Ställen gezählt. Zwar können zehn Nester an einer Hauswand hängen, aber manchmal sind nur wenige davon besetzt. Der BN freut sich über jede Meldung, die eingeht, besonders hilfreich wäre es, so Langer, wenn ganze Orte begangen werden. Informationen und Listen gibt der BN aus.

Mit den eingehenden neuen Meldungen besteht die Gelegenheit, die aktuellen Zahlen mit den alten Erfassungszahlen zu vergleichen. Dadurch kann die Entwicklung der lokalen Schwalbenpopulation für die letzten 25 Jahre aufgezeigt werden. Die Schwalbenzählung im Eberner Raum in den 1990er Jahren hatte bereits deutlich gemacht, wie sehr die Schwalben von äußeren Bedingungen abhängig sind.


Keine Rinder im Stall - keine Schwalben da

Hatte in einer Ortschaft ein Landwirt die Milchwirtschaft aufgegeben, so war im folgenden Jahr die Zahl der Rauchschwalben deutlich zurückgegangen. Wichtig ist der Zugang zu Ställen und anderen landwirtschaftlichen Gebäuden für die Rauchschwalben, die im Innern von Gebäuden nisten. Hier ist ein leicht geöffnetes Fenster schon eine Hilfe.

Die Naturschützer versuchen immer wieder Überzeugungsarbeit zu leisten, indem sie mit Hausbesitzern sprechen: Unter Dachvorsprüngen sollten sie keine schwalbenabweisenden Silberpapierstreifen anbringen oder gar halbfertige Nester mit Stangen herabstoßen. Die so "hinausgeworfenen" Schwalben werden dadurch in ihrem Brutgeschäft unterbrochen, müssen nochmals, nun verspätet, damit beginnen, und der Nachwuchs schlüpft entsprechend spät. Als Konsequenz sind die Jungen für den langen Flug ins Winterquartier nicht kräftig genug und überleben oft nicht.

So werden die Schwalben Opfer des gesteigerten Sauberkeitsbedürfnisses unserer Tage. Aber selbst dort, wo ihnen der Nestbau nicht verwehrt wird, ist ihnen das Anheften ihrer Nester wegen der Glätte der neuen Außenputze oft nicht möglich. Oder aber stürzen die Nester, wegen der schlechten Haftung, durch die auf die Häuser übertragenen Erschütterungen aus dem Straßenverkehr, oftmals sogar mit der Brut, wieder ab.

Nisthilfen sind vorbildlich

Vorbildlich nennt der BN das Verhalten der Hausbesitzer, die an ihren Hauswänden Nisthilfen anbringen und darunter Kotbretter zur Vermeidung von Schmutz an der Hauswand und auf dem Boden. Wird gleichzeitig noch dafür gesorgt, dass in feuchten Schlammlöchern Material für den Nestbau zur Verfügung steht, so ist die Hoffnung berechtigt, dass sich Schwalben ansiedeln - besonders, wenn in der Nachbarschaft welche nisten. Fertige Kunstnester können spät eintreffenden Schwalben helfen, den Zeitverlust wieder wettzumachen. Groß ist die Freude vieler Naturliebhaber, wenn die Schwalbe, die als "Kulturfolger" die Nähe des Menschen sucht und von jeher als Glücksbringer gilt, "unter seinem Dach" eine neue Brutstätte gefunden hat.

Die Schwalbenzählung des BN Ebern erfasst bis zu 30 Orte im Eberner Raum. Interessenten, die sich daran beteiligen wollen oder Fragen zum Schwalbenschutz haben, können sich in der BN-Geschäftsstelle Haßberge in Ebern am Stadtberg, bei Alexander Hippeli, Telefon 09531/5548 oder Kurt Langer, Telefon 09531/4131 melden oder Informationen im Internet unter www.bund-naturschutz-ebern.de einholen. red