Was ist das Besondere an diesem Ball? Auch der 20. Winterball der Landwirte am Samstag in der Rudolf-Mett-Halle in Königsberg, den der "Verband landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Haßberge" organisiert, zog die Menschen an. Der große Saal der Stadthalle war bis auf den letzten Platz besetzt, dieser Ball ist beliebt wie eh und je. Die Besucher schätzen ganz offensichtlich nicht nur den Begrüßungstrunk, die ausgezeichnete Kapelle, gute Bewirtung und das fantastische Eisbuffet. Es ist auch das Flair.

Es hat Flair

Der neue Vorsitzende des Verbandes, Steffen Beiersdorfer aus Dippach, betonte, "die Königsberger Stadthalle gibt das Flair her, das wir für den Ball benötigen. Die Leute sind ganz heiß auf den Ball." Wann, wenn nicht im Winter, haben Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, Zeit und Muße, um Tanz und Geselligkeit zu genießen. So geht Beiersdorfer davon aus, dass es diesen Ball weiterhin in Königsberg geben wird.

"Wir sind zum siebten oder achten Mal auf dem Ball", so genau konnte es Sonja Schulz mit ihrm Mann Erich aus Königsberg nicht sagen. Warum? Da kommt die Antwort schnell: "Weil er sehr gut organisiert ist und weil man gemütlich tanzen kann. Außerdem sieht man wieder viele alte Bekannte."

Der frühere Verbandsvorsitzende Harald Schäfer aus Ueschersdorf lässt es sich mit Gattin Mechthild nicht nehmen, den Ball jedes Jahr zu besuchen. Schließlich hatte Schäfer das Event vor 21 Jahren von Zeil nach Königsberg umgesiedelt. Zuletzt waren nur noch 30 Besucher nach Zeil gekommen, das Aus des Balls drohte.

Der Wechsel hat sich gelohnt, denn die Entwicklung des Balles in Königsberg war und ist für Harald Schäfer sehr erfreulich: "Der Ball hat sich in Königsberg kontinuierlich weiter entwickelt. Er ist immer noch so gut wie damals, vielleicht sogar besser. Er hat den Zeitgeist mitgemacht. Man hat hier in Königsberg einen Neuanfang gewagt und hier ein neues Zuhause gefunden, das vom Platz und Umfeld her passt. Die Stadthalle hat den Ball mitgeprägt."

Auch junge Gäste schätzen die Veranstaltung

Zudem gefällt dem Ehepaar Schäfer eine andere Veränderung, die sich in den letzten 20 Jahren vollzogen hat: "Man hat es wieder geschafft, dass sich auch die junge Generation, die heute 25-Jährigen, zu diesem Ball bekennen und die Veranstaltung mit tragen. Das ist heute die Kunst eines Verbandes, dass er auch die neue Generation wieder mit ins Boot nimmt."

Dass der Verband landwirtschaftlicher Fachschulabsolventen Haßberge dies mit dem Winterball geschafft hat, zeigten die Paare allen Alters, die sich auf der Tanzfläche tummelten.

Darunter waren auch wieder Rudolf und Angelika Sauer aus Lendershausen, für die dieser Ball etwas ganz Besonderes ist. Denn vor über 50 Jahren haben sie sich auf einem der ersten Winterbälle, damals im Wildbadsaal in Haßfurt, kennen gelernt. "Es war Liebe auf den ersten Blick!", meinten beide übereinstimmend.

Seitdem hat Rudi Sauer mit seiner Angelika jeden Ball besucht. Er kann sich nicht daran erinnern, dass er einmal krank war. Ja gut, ein Umstand trägt dem auch Rechnung: Rudolf Sauer saß immerhin 40 Jahre an der Kasse des Winterballs und kassierte den Eintritt ab.

Auch in diesem Jahr endete das Tanzvergnügen nicht allzu bald, und die Tänzerinnen und Tänzer schwangen bis früh in den Sonntagmorgen hinein zu den Klängen der "Florinos" die Tanzbeine.