Es gibt hier nichts, was mir nicht gefällt. Sonst wär' ich ja nicht hier!", sagt Katrin Knörnschild und lacht. Die gebürtige Berlinerin ist seit dem 1. Januar 2012 Bürgerin der Stadt Ebern. Seit 12 Jahren kennt sie das kleine Städtchen jetzt schon und so eröffnete sie dieses Jahr zusammen mit einer guten Freundin einen Friseursalon in Brünn. "Hier ist es viel schöner als in Berlin. Die Leute sind kontaktfreudiger und die Luft ist besser - gute Landluft eben", sagt die Friseurmeisterin.

Stadt sehen und Kontakte knüpfen


Zusammen mit rund 40 weiteren Neubürgern, die im Zeitraum vom 16. Juni 2011 bis zum 22. Juni 2012 nach Ebern gezogen sind, wurde sie am Samstag von Bürgermeister Robert Herrmann (CSU) in ihrer neuen Heimat begrüßt. Dem Stadtoberhaupt liegt es sehr am Herzen, dass "sich die Neubürger hier wohlfühlen, Kontakte knüpfen und dass ihnen die Stadt gezeigt wird", verkündet er. Jährlich gibt es in Ebern circa 300 Zuzüge, allerdings sind heuer nicht alle dieser Einladung gefolgt. Die Anzahl der Menschen, die zuziehen oder wegziehen hält sich in etwa die Waage.
Der Kreisvorsitzende der JU, Sebastian Stastny, hatte letztes Jahr den Antrag gestellt, Neubürger der Stadt Ebern offiziell zu begrüßen. Auch sämtliche Vertreter von Vereinen und Organisationen waren gekommen, stellten sich vor und hießen die "Neulinge" willkommen. Die Grundschuldirektorin Ingrid Mandery berichtete vom Nachmittagsbetreuungsprogramm der Grundschule, Pfarrer Rudolf Theiler repräsentierte die beiden Kirchen und lud zum Gottesdienst ein und die zahlreichen Programme der Volkshochschule (VHS) wurden von Sebastian Stastny vorgestellt.

Mit dem Türmer durch die Altstadt


Schnell näherten sich die Zuzügler einander an und kamen ins Gespräch. Nach den kleinen Pläuschchen führte Armin Dominka, der die Rolle des ehemaligen Türmer von Ebern wiederbelebte, die Neubürger durch die Altstadt und versetzte sie zurück in die Zeit, als der Türmer die Bürger der Stadt noch mit Hornstößen oder Rufen warnte.
Auch Familie Leune nahm an der Neubürgerbegrüßung teil und ist eigenen Aussagen zufolge "total glücklich" darüber, jetzt in Ebern zu wohnen. Bevor die Mitglieder der Familie Leunes in ihr neues Heim - dem Güßbacherhaus - gezogen sind, wohnten sie für zwei Jahre in Pfaffendorf. "Wir wohnten dort direkt neben meiner Arbeitsstätte, dem Jugendhilfezentrum. Das war allerdings zu nah, denn so hatten wir praktisch keine Trennung zwischen Privat- und Arbeitsleben", blickt der Familienvater zurück.

Frische Brötchen am Sonntag


Ebern sei für die fünfköpfige Familie sehr attraktiv gewesen wegen der Schulen, in die zwei der drei Kinder gehen, dem Bahnhof, von wo aus die Tochter mit dem Zug nach Bamberg in die Schule fahren kann, und wegen der Einkaufsmöglichkeiten. "Da kann man sich am Sonntagmorgen die Brötchen frisch vom Bäcker holen", grinst Herr Leune zufrieden.