Über 100 Schüler der Mittelschule Zeil-Sand und der Georg-Göpfert-Mittelschule Eltmann fieberten im Rudof-Winkler-Haus mit den Klassenbesten mit, die am gemeinsamen Vorlesewettbewerb teilnehmen durften.

Die vier Finalteilnehmerinnen hatten sich zuvor jeweils ein Buch ausgesucht, aus dem sie einige Passagen vortrugen. In der zweiten Runde wurde es dann schwieriger, denn die Schülerinnen mussten alle einen unbekannten Text lesen. Hierfür wurde der Kinderroman "Ein Sommer in Sommerby" von Kirsten Boie ausgewählt. Inhaltlich geht es in der unterhaltsamen Geschichte um drei Geschwister, die während eines längeren Aufenthaltes bei ihrer Oma ohne Fernsehen, Computer und Handy auskommen müssen. Sie entdecken stattdessen die Tierwelt und genießen die Natur und werden so an die wichtigen Dinge im Leben erinnert.


Ziel: Neugier auf Bücher wecken

Die Jury, bestehend aus Rektor Wolfgang Grader (Zeil), Konrektorin Cornelia Heid (Eltmann), Bürgermeister Thomas Stadelmann, Autor Rolf-Bernhard Essig und Bibliotheksleiterin Rita Simon hatte keinen leichte Aufgabe. Hannah Lamm, Stefanie Burger, Sophia Neeb und Lisa Schenk schlugen sich hervorragend und trugen ihre Texte sicher vor. Zur Siegerin wurde schließlich Stefanie Burger aus der Klasse 6gE (Eltmann) gekürt.

"Es gibt zwar nur einen Sieger, aber alle anderen sind auch Gewinner", stellte Förderlehrer Andreas Bittruf fest, der die Veranstaltung moderierte. Mit solchen Wettbewerben wolle die Schule dazu beitragen, das Interesse am Lesen zu erhalten und die Neugierde auf Bücher zu wecken. Schließlich gebe es in Zeil gleich neben dem Schulhaus die Stadtbücherei, in der die Kinder und Jugendlichen bestimmt immer ein passendes Buch finden.

Als weiterer Höhepunkt stand anschließend eine Lesung des Schriftstellers Rolf-Bernhard Essig auf dem Programm. Der 55-Jährige schreibt Kinder- und Sachbücher und verfasst Beiträge für Tageszeitungen und den Hörfunk. Seit zehn Jahren tourt Essig, besonders als Experte für Sprichwörter, durch ganz Deutschland und ist u. a. bei Festivals ein gern gesehener Gast.


Wo kommen die Sprichworte her?

Nach Zeil hatte der Autor sein Buch "Da wird doch der Hund in der Pfanne verrückt" mitgebracht. Anhand von lustigen Beispielen vermittelte er den Schülern die Entstehung so mancher Sprichworte. So verdeutlichte Essig zum Beispiel das Sprichwort "Sich mit fremden Federn schmücken". In seinem Buch hieß es dazu, dass es eine Krähe gab, die sich mit Pfauenfedern schmückte, um besser auszusehen. Die Freude währte aber nicht lange, denn die anderen Krähen rissen ihr nicht nur die fremden Federn vom Körper, sondern rupften auch ihre eigenen aus.

Vielfach band Rolf-Bernhard Essig auch die Kinder in seine Vorlesung ein, so dass es niemanden langweilig wurde. Auch der Lehrer Andreas Bittruf durfte ihn unterstützen, in dem er sich an seinen Arm den sprichwörtlichen "Bären aufbinden" ließ. Beim abschließenden großen Beifall war die Begeisterung der Schüler zu spüren und so manch einer würde sich bestimmt wünschen, dass solche interessanten Autorenlesungen öfters stattfinden.