Nach dem Motto "Gemeinsam sind wir stark" wollen die neuen Streitschlichter am Schulzentrum Haßfurt gemeinsam "Mauern einreißen". Mit großen Kartons, auf denen Gründe für Streitigkeiten geschrieben waren, bauten die Schüler eine symbolische Mauer, die sie anschließend gemeinsam zu Fall brachten. Damit wollten sie demonstrieren, was sie bei einem Seminar in Schonungen gelernt hatten.

Unterstützt von Angelika Reinhart von der Ganztagsbetreuung "Livin' room" sowie den Lehrkräften Claudia Sandner (Albrecht-Dürer-Mittelschule), Stefan Zeller und Simon Nowak (beide Dr.-Auguste-Kirchner-Realschule) sowie Anke Kallhardt und Evi Poxleitner (beide Regiomontanus-Gymnasium) wurde den Siebtklässlern gezeigt, welche Ursachen es für Streitereien gibt und wie man sich dagegen einsetzen kann.

Gemeinsam eine Lösung finden

An einem sprichwörtlich runden Tisch zeigten vier der neuen Streitschlichter den Ehrengästen und Eltern, wie ein Schlichtungsgespräch ablaufen kann. Laura-Sophie Böhnlein und Jona Finzel spielten die beiden "Streithanseln" und erklärten nacheinander, jeweils aus ihrer Sicht, den Grund der Auseinandersetzung. Tessa Chatzilampros und Sara Maamo vertieften mit den beiden das Thema, um gemeinsam eine Lösung zu finden und eine Vereinbarung abzuschließen.

"Ich helfe gerne anderen Menschen und will, dass Mobbing endet", erzählte Tessa Chatzilampros, gefragt nach der Motivation für ihr Engagement. "Dabei ist es wichtig, dass wir dafür garantieren, dass alles unter uns bleibt", ergänzte Sara Maamo.

Das Konzept sieht nämlich vor, dass die Schüler von sich aus und freiwillig die Streitschlichter aufsuchen und diese dann versuchen, das Problem ohne die Einbindung der Lehrkräfte zu lösen.

Auch Matthias Weinberger, der Schulleiter der Albrecht-Dürer-Mittelschule, erklärte, dass Vertraulichkeit für die unparteiischen Streitschlichter oberstes Gebot sei. Zudem dürfen sie keine Urteile verhängen oder Strafen aussprechen. Und nur wenn es wirklich gar nicht anders geht, können die Schüler bei sehr großen Problemen natürlich auch die Lehrkräfte um Rat bitten.

Erfahrungen fürs Leben

Landrat Wilhelm Schneider, Vorsitzender des Zweckverbandes Schulzentrum, fand es klasse, dass die Streitschlichter schulübergreifend aktiv sind. Streit gebe es nicht nur an der Schule, sondern überall im Leben. Damit seien die Streitschlichter bestens gerüstet für die Zukunft und könnten dann auch beispielsweise im Beruf oder Verein besser mit Auseinandersetzungen zurechtkommen. Auf dieses Engagement ihrer Kinder könnten alle Eltern stolz sein, sagte der Landrat.

Angelika Reinhart dankte dem Schulzweckverband und den beiden Kirchen für die finanzielle Unterstützung, ohne die das Projekt nicht möglich sei. Die Urkunde, die die Streitschlichter bekamen, sei auch eine perfekte Möglichkeit, bei Bewerbungsschreiben die Tatkraft und Zuverlässigkeit des einzelnen Schülers herauszustellen, erklärte die Pädagogin.