Seit vielen Jahren wird in Junkersdorf bei Königsberg wieder jedes Jahr gebraut. Am Samstag machten sich einige Männer im historischen Kommunbrauhaus aus dem Jahr 1839 Bier daran, den diesjährigen ersten Frühjahrssud anzusetzen, was jedes Mal ein hartes Stück Arbeit bedeutet.

Schon früh am Morgen musste der 38 Hektoliter fassende Kessel angeheizt werden, um darin später das geschrotete Malz aufquellen zu lassen. Wichtig ist dabei, dass ständig umgerührt wird. Zudem mussten die Braumeister Ernst Geiling und Michael Schad sowie ihre Brauhelfer genau darauf achten, dass die Maische zur Verzuckerung nicht auf mehr als 72 Grad Celsius erhitzte. Das ist in Junkersdorf gar nicht so einfach, denn dort wird nach alter Tradition noch mit Holz geheizt.


Wichtige Hopfenzugabe

Nachdem die Maische einige Male umgepumpt und wieder erwärmt und nach einer Ruhephase der Inhalt des Maischbottichs über die Bodensiebe in den Würztrog abgelassen wurde, wurde das nun vorhandene Malzbier vom Würztrog wieder in den Kessel hochgepumpt, wo es innerhalb von zwei bis drei Stunden zum Kochen gebracht wurde. Mittlerweile waren schon einige Stunden vergangen, bevor auf die Braumeister eine sehr verantwortungsvolle Aufgabe zukam: Die Zugabe des Hopfens. Das gehört zu den vielen Geheimnissen des Braumeisters, denn es ist für den Geschmack des Bieres entscheidend zu welchem Zeitpunkt wie viel Hopfen zugegeben wird.

Die Zugabe von Hopfen ist ausschlaggebend für den Bittergehalt des Bieres. Am Spätnachmittag wurde dann das eingekochte Bier vom Kessel in den Würztrog abgelassen, wobei der Hopfen durch Siebe zurückgehalten wurde. Immer wieder waren dabei Helfer gefragt, denn viele Tätigkeiten im Junkersdorfer Brauhaus müssen noch handwerklich erledigt werden.

Ausruhen konnten sich die Braumeister Michael Schad und Ernst Geiling und ihre Brauhelfer erst etwas als das eingekochte Bier ins Kühlschiff gepumpt war, wo es sich mehrere Stunden abkühlen konnte. Aber das Bier war damit immer noch nicht fertig. Nun musste es in die Gärbottiche abgelassen werden, wo die Hefe zugesetzt wurde. Dabei hat jeder Braumeister seine eigene Technik. Denn je nachdem, ob es zu viel oder zu wenig Hefe ist, verändert sich auch der Gärprozess.

Hat das Bier nach einigen Tagen - unter strenger Beobachtung - ausreichend gegoren, wird die obergärige Hefe abgeschöpft, und das Bier kann in Tanks reifen. Nach ein paar Wochen wird es dann in Flaschen abgefüllt. Was vom Verkosten dann noch übrig bleibt, wird zuhause in den kühlen Kellern gelagert und hält - da obergärig - je nach Kellertemperatur bis zum Herbst.