Ein fast schon gewohntes Bild bot sich in der Passmühle bei Neubrunn beim Wintergrillfest der Dorfmusikanten: gut besuchte Festscheune, gute Laune, strahlende Gesichter. Und die Passmühlmusikanten sorgten für die musikalische Unterhaltung.

Nach fast 20 Jahren blickten die Initiatoren jetzt zurück auf die Entstehung dieses Winterfestes. In geselliger Runde saß man damals beieinander, irgendwie kam dann einer auf den Gedanken, "mitten im Winter eine Bratwurst oder ein Steak essen, das gibt's noch nirgends" - die Weihnachtsmärkte mal ausgenommen. Aber wo sollte so ein Fest, das ursprünglich nur für die Musiker gedacht war, stattfinden? Die Heilig-Länder-Halle gab es damals noch nicht.


Zu kalt oder zu laut

Heinz Rumpel erklärte sich bereit, "mir gehn nei mei Scheuern". Aus einem "Biertischgeplauder" wurde also Ernst.
Die Scheune war natürlich so gar nicht für ein Fest eingerichtet. Es war kalt, es zog durch die Tür, keine Grillbude usw. Man behalf sich mit Gasgebläsen, die aber nur Wärme abgaben, wenn sie liefen. Und dann war's wieder zu laut. Gegrillt wurde auf einem normalen Grill: Bratwurst und Steak - fertig.

"So können wir nicht weitermachen" war die Meinung im Musikverein. Also kamen im Laufe der Jahre immer mehr Verbesserungen zustande: Mit einer Plane wird die Decke abgehängt, um die Wärme drinnen zu halten. Drei Holzhöfen sorgen für angenehmes Raumklima, eine Grillbude wurde gebaut. Das Fest wurde für die Öffentlichkeit erweitert und man bot dann auch ein Mittagessen an. Gekocht wurde jahrelang in der Küche bei Rosi Rumpel. Seit mehreren Jahren macht man dies nun aber in der Heilig-Länder-Halle, in großen Töpfen kommt das Essen dann in die Passmühle.


Der Andrang war überschaubar

Der Besucheransturm war allerdings eher zaghaft. Vielen war das Fest nicht bekannt, man dachte einfach nicht an Bratwurst oder Steak so kurz nach Weihnachten und Silvester. Durch Mund-zu-Mund-Propaganda wurde es aber immer besser. So halten mittlerweile viele Wanderer Einkehr in der Passmühle. Und sie kommen teilweise auch aus weiter entfernten Ortschaften Zeil, Sand, Ebelsbach, Rentweinsdorf oder Breitbrunn zum Beispiel.
Eine echte "Stammkundschaft" hat sich so gebildet und natürlich besuchen auch viele Neubrunner ihre Dorfmusikanten. Vor ein paar Jahren wurden dann die "Passmühlmusikanten" aus der Taufe gehoben. So 10 bis 15 Musiker spielen für die Gäste auf.

Noch schöner ist es, wenn Schnee liegt (der kam dieses Jahr gerade noch rechtzeitig). Die winterliche Atmosphäre, die Bewirtung durch den Musikverein und die gemütliche Festscheune machen Lust auf ein Wiederkommen zum nächsten Winterfest in der Passmühle.