Mit Gebühren und Beiträgen kennt Jürgen Schnaus sich aus. Der Steinbacher hat von Berufswegen öfter mit diesen beiden Begriffen zu tun. Er arbeitet als Sachbearbeiter in der Verwaltungsgemeinschaft Ebelsbach. "Eine Gebühr ist für die tatsächliche Benutzung. Einen Beitrag zahlt man für die Möglichkeit der Benutzung." Ein kleiner, aber feiner Unterschied, der auch bei der Neuregelung der Rundfunkgebühren zum Tragen kommt. Die nämlich werden ab Januar 2013 zu Beiträgen. Das heißt, sie müssen für jede Wohnung gezahlt werden, egal ob bewohnt oder nicht, egal ob mit Empfangsgeräten ausgestattet oder nicht.

"Für mich ändert sich nichts", sagt Schnaus. Der 37-Jährige hat bisher 17,98 Euro GEZ-Gebühren bezahlt, mit dem neuen Beitrag bleibt das gleich. Er stört sich wenig an der Neuregelung, kann aber verstehen, wenn sich der eine oder andere darüber aufregt, denn nun ist nicht mehr der Besitz eines Empfangsgerätes ausschlaggebend, ob gezahlt werden muss oder nicht. "Man könnte eine Grundsatzdiskussion darüber führen, ob das gerecht ist", sagt er. Denn genau genommen werden ja einige Leute benachteiligt, wenngleich das nur sehr wenige sein dürften. "Aber was ist schon fair? Die absolute Fairness gibt es nicht", sagt Schnaus.


Beitrag sei "schon gerechtfertigt"

Für Karin Frank (72) aus Ebelsbach ist das Thema von nicht allzu großer Bedeutung: "Wir haben ein TV-Gerät im Haus", sagt sie. Dafür wird bezahlt, und es ändert sich mit der Neuregelung nichts. Für Ingrid Zehendner stellt sich die Frage nach der Gerechtigkeit: "Wer nur ein Radio hat, zahlt ja jetzt mehr." Für denjenigen sei das ein Nachteil. Auf der anderen Seite endet mit der Neuregelung, dass die GEZ "jedem Fernsehgerät hinterherjagt". Sie selbst zahlt derzeit monatlich 17,98 Euro, also ändert sich im kommenden Jahr für die 48-Jährige und ihre Familie nichts. Immerhin bescheinigt sie dem Programm des öffentlichen Rundfunks, dass es zumindest zum Teil qualitativ etwas zu bieten hat: "Da kommt schon noch etwas Interessantes", sagt sie und erzählt von guten Reportagen oder auch aufwendig produzierten Dokumentationen. Somit hat sie nicht das Gefühl, ihr Beitrag sei komplett verschwendet worden.

Stefan Helmreich aus Schönbrunn lässt die Neuregelung ebenfalls kalt. "Für mich ändert sich nichts", sagt er. Er findet es auch nicht wirklich ungerecht, dass nun jede Wohnung zur Kasse gebeten wird. "Ich kann mir kaum vorstellen, dass es in Deutschland einen Haushalt gibt, der kein Empfangsgerät hat", sagt er. Somit ist der Beitrag "schon gerechtfertigt".