Malträtiert worden war die Sitze des Kirchturms der Haßfurter Stadtpfarrkirche auf dem Marktplatz. Unwetter holten den Hahn vom Dach.

Zwei Tage nach dem heftigen Gewitter am 6. Juli vergangenen Jahres war die Kirchturmspitze der Kiliankirche, die nur noch an zwei Blitzableiterkabeln hing, demontiert. Seit dem gestrigen Freitag erstrahlt das Gotteshaus am Marktplatz wieder im ganzheitlichen Glanz.


Riesenkräne auf dem Marktplatz

In mehreren Arbeitsschritten wurde die Kirchturmspitze von einer Fachfirma mit Hilfe zweier Autokräne mit 90 und 130 Tonnen Traglast montiert.

Die Operation an der Kirchturmspitze wurde um sieben Uhr früh begonnen und dauerte rund zehn Stunden. Bevor es losgehen konnte, musste eine Spitze vom Kran verlängert werden, um die notwendige Höhe zu erreichen.


Als erster Arbeitsschritt wurde von den Dachdeckern der reparierte mit zwei Stahlwinkeln fixierte Holzmast für die Kirchturmspitze auf 53 Metern Höhe wieder angebracht. Anschließend wurde der Mast mit vier Kupferringen gegen die Witterung verkleidet, zwei Ringe mussten allerdings neu angefertigt werden.

Danach wurde die neu vergoldete Kugel auf den Mast montiert.

Im nächsten Schritt wurde das entrostete und neu gestrichene Kreuz in den Mast gesteckt und fixiert. Im Vorfeld war das Kreuz auch neu gerichtet worden, weil es durch den Sturm verbogen und gebrochen war.


Krönende Spitze

Zu guter Letzt wurde der neu vergoldete Wetterhahn (54 Meter Höhe) auf das Kreuz montiert. Laut dem Dachdeckermeister und Firmeninhaber Johannes Schobert gab es viele Faktoren für die verspätete Montage nach einem Jahr der Demontage: "Die Anzahl der Sturmschäden waren sehr hoch und mussten zuerst abgearbeitet werden. Die Kirchturmspitze und das Zubehör erforderten auch viele massive Arbeitsstunden in der Vorarbeit. Der Vergolder musste auch wieder Zeit haben, und es hat alleine schon sechs Wochen gedauert, bis wir einen Termin für beide Autokräne bekommen haben. So läppert sich alles zusammen", resümierte Schobert.

Selbst der Tag vor der Operation war fast nur der Vorbereitung gewidmet. Während und nach der Kirchturm-Montage wurden auch beschädigte Schieferplatten ausgetauscht sowie der Blitzableiter in Funktion gebracht. Der kurze Regenschauer und der leichte Wind störte den Dachdecker nicht, weil es "oben teilweise windstiller als herunten ist", so Schobert.

Bürgermeister Rudi Eck schaute auch einmal vorbei und kommentierte: "Das ist a Mordsdrum die Kugel, das sieht man ja gar nicht von unten."