Tanzbegeisterte aus Nah und Fern schwangen beim Erntedankball des Bayerischen Bauernverbandes in der liebevoll dekorierten Franz-Hofmann-Halle in Knetzgau eifrig das Tanzbein. Vom Walzer bis zum Rock´n Roll reichte das musikalische Angebot. Es war so vielseitig, dass unter den Klängen der "Grundler" jedermann Gelegenheit fand, den passenden Rhythmus zu finden und ein Tänzchen aufs Parkett zu legen. Als Höhepunkt ließ die Tanzeinlage der Jazzdance-Gruppe aus Wonfurt unter der Leitung von Laura Mc Killop manches Männerherz höher schlagen.
In Gedanken zum Erntedank stellte Kreisbäuerin Cäcilie Werner den Dank an Gott für die Schöpfung und die gute Ernte in den Mittelpunkt: "Es ist eine Zeit zum Danken, aber auch zum Nachdenken". Viel zu selten würde man sich Gedanken machen, woher all die Lebensmittel kämen, die täglich konsumiert werden, wie viel Arbeit, Zeit und Kraft darin stecke und welche Wege diese
Lebensmittel hinter sich gebracht hätten.

Alles Selbstverständlich?

Das Brot und die Brötchen kaufe man beim Bäcker. Den Apfel lege man sich im Supermarkt in den Einkaufskorb - die reichhaltige Auswahl sei dort sehr groß und auch außerhalb der Saison verfügbar. Alles sei selbstverständlich und am Ende entscheide der Preis. Der Erntedank, so die Kreisbäuerin, sei ein guter Tag, um der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rufen, was all die Bauern mit ihren Familien leisten. Sie würden nicht nur ausreichend qualitativ hochwertige und bestens kontrollierte Lebensmittel aus der Region anbieten, sondern auch die Kulturlandschaft erhalten und gestalten.

"Es war eine ertragreiche Ernte in diesem Jahr", resümierte Klaus Merkel, Kreisobmann des Bayerischen Bauernverbandes Haßberge. "Dadurch bedingt sind allerdings auch die Preise im Keller", fand er sogleich einem Wermutstropfen. Der Preis für Getreide, Raps und Zucker sei so niedrig, wie seit Jahren nicht mehr.
Subjektiv gefühlt habe er, Merkel, auf seinem Gut Mariaburghausen bei Haßfurt noch nie eine so gute Ernte eingefahren. Aber auch im Kreis sei die Ernte überdurchschnittlich gut ausgefallen. Dies sei laut Merkel zum einen den hervorragend ausgebildeten Betriebsleitern geschuldet.

Optimale Wetterlage

Den klimatischen Gegebenheiten, etwa einer lang anhaltenden Trockenheit, sei der Landwirt jedoch machtlos ausgeliefert. "In diesem Jahr hatten wir eine optimale Wetterlage", sagte Merkel. Durch den ungewöhnlich fehlenden Winter hatten alle Feldfrüchte einen Entwicklungsvorsprung. Dies wiederum ermöglichte eine höhere Erntemenge. Die Trockenheit hätten die Bestände überraschend gut verkraftet.

Aufgrund des milden Winters sei allerdings der hohe Befall mit "Gelbrost" beim Weizen ein Problem gewesen, mit dem sehr viele Landwirte konfrontiert waren. Aber dank guter Beratung und Ausbildung seien laut Obmann die Landwirte auch damit relativ gut klargekommen. Die Ernte im Landkreis sei im Vergleich zu anderen Regionen trocken und gut verlaufen.

So meinte der Kreisobmann schmunzelnd: "Die Landwirte dürfen sich mit einem Tänzchen für die reichhaltige Ernte belohnen".