Als die Flötistin Corinna Frühwald und ihre musikalische Partnerin, die Pianistin und Komponistin Sevinç Salman, eines Tages ein Konzert gaben, antworteten ihnen die Vögel mit ihrem eigenen Gesang. "Das hat uns zu der Idee inspiriert, einmal ein Konzert mit Musikstücken zu geben, in denen verschiedenste Komponisten den Vogelgesang in den Mittelpunkt stellen", erzählte Corinna Frühwald, die in Schweinfurt aufwuchs und in Nürnberg studierte, wo sie heute ihren Lebensmittelpunkt hat.

"Außerdem haben wir uns vorgestellt, dass eine Vogelstimmenwanderung vor dem Konzert eine passende Symbiose wäre." In Petra Lettang (VHS) und in dem Biologen und Ornithologen Dietmar Will vom Bau- und Umweltamt der Stadt fanden die Flötistin und die aus Aserbaidschan stammende Sevinç Salman aufgeschlossene Partner.
Sie freuten sich am frühen Sonntagabend, dass gut 20 interessierte Personen aus Haßfurt und Umgebung zur Wanderung in der Altach gekommen waren. "Zu dieser Jahreszeit kann man die Vögel rund um die Uhr hören", freute sich Dietmar Will, "denn die Nachtigall, die die schönste Stimme im Tierreich besitzt, singt derzeit tatsächlich Tag und Nacht." Während sich die Gruppe auf die Suche nach dem Gesang der Nachtigall machte, stellte Dietmar Will die Vögel vor, die ihnen auf dem Weg begegneten und den Abend musikalisch versüßten.

Einblicke in der Natur

Will erzählte, dass Blaumeisen, die ganz wichtig für die Schädlingsbekämpfung sind, jährlich zweimal zwischen zehn und 14 Junge aufziehen und aufgrund der Kraftanstrengung der Brutpflege auch nur zwei bis drei Jahre alt werden. Er zeigte den Gästen ein paar Kirschbäume mit Spechtlöchern, die später Staren, Wespen, Hornissen oder Fledermäusen dienen. Daneben zogen Buchfinken, Bach- und Gebirgsstelzen, ein Turmfalkenpärchen und Rabenkrähen die Blicke auf sich, während sich Goldammer, Zilpzalp, Fasan, Grünspecht, Zaunkönig und Enten sowie Frösche an den Buhnenteichen am Main "nur" hören ließen.

Schließlich empfing die Gruppe im Galeriewald der Gesang einiger Nachtigallen. "Die Nachtigall ist ein scheuer Vogel, der im Gebüsch sitzt und seinen Gesang laut erschallen lässt", erklärte Dietmar Will, "wobei aber nur das Männchen singt und dabei alles um sich herum vergisst." Vögel erheben ja nicht aus Lust und Laune ihre Stimme, sondern in erster Linie, um einen Partner anzulocken und Rivalen auf Distanz zu halten.

Mit den Melodien des "Nachtsängers" im Ohr fanden sich die Teilnehmer in der Rathaushalle in Haßfurt ein. Dort erwarteten sie die beiden Musikerinnen mit wunderbaren Kompositionen für Flöte und Klavier, die allesamt den Gesang der unterschiedlichsten Vögel "nachahmen". Corinna Frühwald und Sevinç Salman verstanden es souverän, den Gesang und die Leichtigkeit der illusionären Vögel zum Leben zu erwecken. Passend zum Motto der Veranstaltung: "Wenn ich ein Vöglein wär'"