Der Verein "Unser Steigerwald", der ein entschiedener Gegner eines Nationalparks im Steigerwald ist, sieht das Ergebnis einer neuen Umfrage zur Akzeptanz eines Nationalparks "sehr skeptisch". Die Grünen-Landtagsfraktion hatte vor einer Woche das Ergebnis einer Studie vorgestellt, wonach eine deutliche Mehrheit der Bürger in der Region einen Nationalpark befürworte. Der Verein "Unser Steigerwald" bezweifelt das und kündigt eine weitere Umfrage an, wie aus einer Stellungnahme des Vereins hervorgeht. Unterzeichnet hat die Stellungnahme der Zweite Vorsitzende des Vereins "Unser Steigerwald", Oskar Ebert , der frühere Bürgermeister der Gemeinde Rauhenebrach . Der Freie-Wähler-Politiker ist auch stellvertretender Landrat im Landkreis Haßberge.

Erneut sorge ein möglicher Nationalpark Steigerwald für Schlagzeilen, heißt es in der Stellungnahme. Grund ist eine neue "Nationalparkstudie 2020", die die Grünen in Auftrag gegeben haben. Nach dieser Studie befürworten mittlerweile 75 Prozent der Befragten einen Nationalpark im Steigerwald. Die Grünen sowie Umweltverbände sehen darin einen "Meinungsumschwung" in der Region.

Bereits im Jahr 2014 hatte es, so erinnert der Verein "Unser Steigerwald", ein ähnliches Gutachten durch ein Meinungsforschungsinstitut gegeben, das damals der Bund Naturschutz in Auftrag gegeben hatte. Auch darin hatte sich nach Angabe des Instituts die Mehrheit der Befragten für einen Nationalpark ausgesprochen. "Eine wenig später durchgeführte, genauere und repräsentative Umfrage des bekannten , Forsa '-Instituts durch den Verein ,Unser Steigerwald' hat allerdings ein völlig gegenteiliges Ergebnis ergeben. Die deutliche Mehrheit der Menschen im Steigerwald lehnte die Schaffung eines Nationalparks klar ab", schreibt der Verein "Unser Steigerwald". Zudem verabschiedeten den Angaben zufolge im Jahr 2016 auch 19 Gemeinden im Steigerwald eine Resolution, in der sie sich für den Erhalt des Steigerwalds als Naturpark aussprechen und den Wald weiterhin nachhaltig bewirtschaften wollen. "Diese Beschlüsse demokratisch gewählter Gremien haben nach wie vor Gültigkeit", unterstreicht der Verein "Unser Steigerwald".

Der Verein der Nationalpark-Gegner kritisiert, dass für die Umfrage durch "Brand Support" lediglich 1001 Bürger aus den Städten Bamberg, Schweinfurt und verschiedenen Gemeinden in den Landkreisen Haßfurt, Schweinfurt und Bamberg befragt worden seien. Die eindeutige Mehrheit der befragten Bürger komme, so der Verein weiter, nach den Angaben des Instituts aus den Städten, vor allem aus Bamberg (36 Prozent), Schweinfurt (24 Prozent) sowie aus Städten und Gemeinden über 5000 Einwohner aus den Kreisen Haßberge, Schweinfurt und Bamberg (17 Prozent). Der Anteil kleinerer Gemeinden an der Befragung betrage, so rechnet der Verein vor, demnach nur 21 Prozent. Auch davon lägen nur wenige direkt im Steigerwald. Der Verein "Unser Steigerwald" fasst zusammen: "Es ist daher sehr fraglich, ob aufgrund dieser Umfrage von einem ,Meinungsumschwung' in der Steigerwaldregion gesprochen werden kann, wie es von der Partei der Grünen und von verschiedenen Umweltgruppen nun behauptet wird."

Würde sich die Nationalparkszene einmal ideologiefrei mit den Fakten beschäftigen, so würde schnell klar, dass sowohl regionalpolitische wie auch waldökologische Gründe für eine Beibehaltung der umsichtigen Waldnutzung durch den Forstbetrieb Ebrach sprechen, meint der Verein "Unser Steigerwald". Mit seinem Naturschutz-integrativen Konzept würden alle gesellschaftlichen Bedürfnisse "in optimaler Weise erfüllt. Insbesondere die vielen kleinen Naturschutzelemente des Trittsteinkonzepts sind nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen für den Artenschutz wesentlich sinnvoller als Großschutzgebiete", so der Verein.

Großschutzgebiet nicht richtig

Und weiter heißt es in der Stellungnahme: "Die verantwortungsvolle Waldpolitik in Bayern und die hervorragende Waldbewirtschaftung der Förster haben den Wald so hochwertig geformt, dass der Steigerwald mittlerweile zu den wertvollsten Laubwaldgebieten Deutschlands gezählt wird. Gerade in einer Zeit des Klimawandels sind die Waldbewirtschaftung und die Holznutzung unerlässlich, um die Klimaziele zu erreichen. " Der Verein "Unser Steigerwald" und seine vielen Mitglieder beschäftigen sich nach eigenen Angaben "seit vielen Jahren intensiv mit dem Steigerwald. Sie vertreten nach wie vor die Meinung, dass ein Großschutzgebiet wie ein Nationalpark für den Steigerwald weder ökologisch noch ökonomisch das Richtige ist. Wir wollen den Wald schützen und ihn behutsam und nachhaltig schützen."

Der Verein "Unser Steigerwald" will sich nun intensiv mit dem Ergebnis dieser Studie befassen und plant die Beauftragung einer weiteren repräsentativen Umfrage durch das in Deutschland führende Institut " Forsa ", um "wirklich die Meinung der Menschen in der Region zu erkunden". red