In der Versammlung in der Turnhalle in Wonfurt hatten sich, wie angekündigt, die beiden Vorsitzenden nicht mehr zur Wahl gestellt. Karl-Heinz Wagenhäuser betonte, dass er sich immer sehr wohl gefühlt habe, aber selbst kein Sportler sei und nun die Verantwortung abgeben wolle. "Ich habe das Amt vor sechs Jahren übernommen, da meine Kinder im Verein Sport treiben und meine Frau eine Abteilung führt. Außerdem wollte ich dem Verein das Ansehen zurückgeben, das ihm gebührt. Dieses Ziel habe ich zusammen mit dem Vorstand erreicht, dem ich für die hervorragende Zusammenarbeit sehr herzlich danke. Nun aber ist bei mir die Luft raus." Er verspreche aber, dass er die Sanierung der Turnhalle noch "durchziehen" werde. Denn es gebe neue Fördermöglichkeiten. Den Bürgermeister Dieter Zehendner (CSU) bat Wagenhäuser um seine Mithilfe, zumal die Turnhalle Eigentum der Gemeinde sei und der TSV sich die Sanierung nicht leisten könne.

Aufrüttelnder Brief


Da zu erwarten gewesen war, dass sich niemand für die Ämter zur Verfügung stellen würde, hatte sich einer der früheren Vorsitzenden, der im Krankenstand befindliche Paul Reitz, in einem Brief an die Mitglieder gewandt. Darin dankte er zunächst der bisherigen Vorstandsriege, insbesondere Karl-Heinz Wagenhäuser und Heidrun Kirste-Schiffler, für ihre Arbeit. Ein Ehrenamt, betonte er, sei auch eine Chance, die eigene Persönlichkeit zu entfalten. "Gerade einem jungen Menschen wird das für den weiteren Lebensweg immer von großer Hilfe sein", ließ er mitteilen. Er appelliere daher an das Verantwortungsbewusstsein der versammelten Mitglieder, ein Amt zu übernehmen.
Dennoch war bei der Wahl erst einmal niemand bereit, für eines der beiden freigewordenen Ämter zu kandidieren. Zumindest solange, bis der Ausschuss gewählt werden sollte. Da stellten sich plötzlich 15 Frauen und Männer, darunter viele aktive Fußballer, für die acht zu besetzenden Posten zur Verfügung. Aus diesem Grund sagte der amtierende Vorsitzende: "Wenn so viele Mitglieder Verantwortung im Ausschuss, der letztlich alle Beschlüsse im Verein fasst, tragen möchten, könnten doch einige auch den Vorstand bilden." Daraufhin ging es Schlag auf Schlag.
Marco Deppert schlug vor, die Verantwortung wie beim TV Haßfurt oder den Sportfreunden Steinsfeld auf mehrere Schultern zu verteilen. So könnten sich doch fünf Vorstände die Aufgaben "Finanzen", "Sport", "Kommunikations- und Öffentlichkeitsarbeit", "Veranstaltungen" sowie "Gebäude" teilen. In der nachfolgenden regen und sehr konstruktiven Diskussion meldeten sich bereits mehrere Mitglieder für diese Aufgaben. Schließlich beschlossen die 54 anwesenden Mitglieder, eine Satzungsänderung in Angriff zu nehmen, um die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Diese wird mit der Neuwahl innerhalb der nächsten sechs Wochen auf der Tagesordnung einer außerordentlichen Mitgliederversammlung stehen.

Marco Deppert kümmer sich um die Fußball-Junioren


Wolfgang Ankenbrand hatte zwar angemahnt, dringend einen neuen Fußball-Juniorenleiter als Nachfolger für den ausscheidenden Berthold Neutert zu suchen. Doch Karl-Heinz Wagenhäuser gab an, dass sich Marco Deppert darum kümmern werde. Dass nach Aussage von Wolfgang Ankenbrand elf Kinder und Jugendliche aus Wonfurt in einem auswärtigen Verein Fußball spielen, kommentierte der noch amtierende Vorsitzende: "Reisende soll man nicht aufhalten. Ich kann niemanden zwingen, bei uns zu spielen. Wenn auch noch andere Vereine 500 Euro pro Monat zahlen, damit ein Kind aufläuft, kann ich nur sagen: Beim TSV Wonfurt gibt es so etwas nicht!"

Neue Ehrenmitglieder


In der Jahresversammlung des TSV Wonfurt wurden Chris Wagenhäuser, Klaus und Wolfgang Ankenbrand sowie Heidrun Kirste-Schiffler zu Ehrenmitgliedern ernannt.
Der Vorsitzende Karl-Heinz Wagenhäuser gab die Entscheidung der Vereinsführung und des Ausschusses bekannt und ehrte zunächst Wolfgang Ankenbrand. Er leitet seit mehr als 20 Jahren als Übungsleiter die Freitagsturner. Daneben trainierte er von 1998 bis 2006 eine Schüler- und Jugendmannschaft und ist seit der Saison 2009/2010 wieder Trainer einer Schülermannschaft. Als Schiedsrichter des TSV Wonfurt übernimmt er auch eine Pflichtaufgabe für den Verein.
Die nächste Auszeichnung galt Klaus Ankenbrand, der seit 1996 dem Vereinsausschuss angehört und sehr gewissenhaft tätig war. Außerdem war er ein wichtiger Bestandteil der Fußballmannschaft.
Seit 2002 war Heidrun Kirste-Schiffler zunächst als dritte Vorsitzende und seit 2006 als zweite Vorsitzende tätig. "Was sie seither in ihrer einmaligen selbstlosen Art für den Verein geleistet hat, würde viele Blätter füllen", so der Vorsitzende. "Sie war sich in Ihrem Engagement sogar zum Schrubben der Turnhalle bis hin zum Streichen der Verkaufsstände für nichts zu schade." Was sie sich vorgenommen habe, habe sie auch selbst zur vollendet. Kleinigkeiten, die man oft nicht wahrnehme, die aber für ein funktionierendes Vereinsleben überlebenswichtig seien, seien ihr ganz spezielles Steckenpferd gewesen.
Zuletzt ehrte der Vorsitzende seine Frau Kirsten "Chris" Wagenhäuser, die seit zehn Jahren die Geschicke der Turn- und Leichtatlethikabteilung leitet. "Die sportlichen Erfolge im Landkreis Haßberge und im Turngau Schweinfurt bis hin zu Unterfränkischen Meisterschaften berichten von ihrer sehr guten Arbeit, die sicher auch ihren hoch motivierten Mitstreitern zu verdanken ist", so Karl-Heinz Wagenhäuser. "So profitieren viele Kinder und der Verein von Ihrem unermüdlichen Einsatz." Chris Wagenhäuser engagiere sich nicht nur im TSV Wonfurt, sondern übernehme auch in der LG Haßberge Training und Organisation und sei eine aktive Spielerin der Volleyball-Damenmannschaft.

Topzustand bei den Leichtathleten


Zuvor hatte Chris Wagenhäuser berichtete, dass die Abteilung derzeit vier Kinderturngruppen, eine Tanzgruppe, eine Leichtathletikgruppe und vier Erwachsenengruppen habe und drei Kurse anbiete. Im letzten Jahr habe man 12 Hallenkreismeistertitel und sieben Kreismeistertitel errungen und auch einen Kinderturn-Club des Deutschen Turnerbundes eingerichtet. Die 55 Sportabzeichen, die 2011 errungen worden seien, würden in Kürze übergeben. Heuer sei geplant, eine Hochsprunganlage zu errichten.
Die Leiterin der Volleyballabteilung, Melanie Aumüller, berichtete, dass die Damenmannschaft derzeit den ersten Tabellenplatz einnehme und mit etwas Glück Meister werden könne. Die Jugendgruppe sei ziemlich geschrumpft, doch wollten Johanna Hau, Christina Brand und Nadine Nowag wieder einen Neuanfang mit Jungen und Mädchen ab der vierten Klasse wagen.
Der Juniorenleiter Fußball, Berthold Neutert, ließ mitteilten, dass derzeit 46 Kinder und Jugendliche aus Wonfurt in sechs Mannschaften spielten. Er stellte sich nach 16 Jahren im Amt nicht mehr zur Neuwahl, da er noch weitere Aufgaben im Verein wahrnimmt.

Zufrieden mit dem Trainer


Da die Fußballabteilung derzeit keinen Leiter hat, gab Karl-Heinz Wagenhäuser an, dass die Spieler mit ihrem Trainer Andreas Deckert sehr zufrieden seien und dieser auch für das nächste Jahr verpflichtet worden sei.
Die Jugendwartin Christina Brand vermeldete, dass von den 592 Vereinsmitgliedern 209 Kinder und Jugendliche seien. Sie dankte der Gemeinde Wonfurt für den Zuschuss in Höhe von 2184 Euro und dem Kreisjugendring für den Zuschuss in Höhe von 30 Euro.
Den Kassierern Monika und Berthold Neutert bescheinigten die Kassenprüfer Dieter Zehendner und Joachim Stapf eine vorzügliche Arbeit. Der Bürgermeister dankte der Vorstandschaft.