Solche Bilder schrecken die Menschen seit Jahrhunderten, und sie sind trotz aller technischen Möglichkeiten auch heute furchterregend: braune Fluten, die sich durch die Straßen wälzen, Flammen, die aus dem Dachstuhl schlagen, ein Wirbelsturm, der Bäume wie Streichhölzer knickt. Die Natur kann grausam sein. Auch Franken ist keine Insel der Sicherheit. Beruhigend kann es sein, wenn Hab und Gut gegen Wetterschäden versichert sind.

Wohngebäudeversicherung abschlließen

"Um seine Immobilie gegen die Folgen solcher Schäden abzusichern, hat man in der Regel eine Wohngebäudeversicherung, in der die Gefahren enthalten sind", erklärt Stefan Vestner, Versicherungs- und Finanzmakler aus dem Landkreis Haßberge. Wird eine Immobilie also durch Sturm beschädigt, so Vestner weiter, indem Teile des Daches abgedeckt werden oder das Haus durch herumfliegende Äste beschädigt wird, ist das ein Schaden, den man der Wohngebäudeversicherung meldet.

Aber: "Naturkatastrophe ist nicht gleich Naturkatastrophe. Denn ob ein Hochwasser oder ein Sturm das Haus beschädigt, ist für die Frage nach der finanziellen Entschädigung sehr wohl relevant", erklärt Marcus Hübner von der Raiffeisen-Volksbank Haßberge. "So leistet eine Wohngebäudeversicherung, die für Schäden am Haus aufkommt, im Regelfall nur bei Sturm, Blitz oder Hagel. Vor allem, wenn es sich um eine ältere Police handelt." Ähnlich ist es bei der Hausratversicherung, die kaputt gegangenes Mobiliar ersetzt. Auch diese begleicht im Normalfall nur Schäden, die durch Sturm, Blitz und Hagel entstanden sind.

Zunahme der Elementarschäden

"Daneben gibt es die erweiterten Naturgefahren, auch Elementarrisiken genannt", sagt Hübner. In jüngster Zeit hat durch die sich häufenden Wetterereignisse die Elementarschadenversicherung an Bedeutung gewonnen. Zu Elementargefahren zählen laut Vestner: Überschwemmung, Rückstau (zum Beispiel wenn durch den Kanal im Haus Abwasser herein gedrückt wird, da der öffentliche Kanal die Regenmassen nicht ableiten kann), das Eindringen von Oberflächenwasser (zum Beispiel bei Starkregen), Erdrutsch (meist bei Hanggrundstücken) sowie Erdsenkung (zum Beispiel unterspülen Wassermassen eine Mauer, die dann absinkt und reißt) und Schneedruck (wenn Schneemassen durch das Gewicht das Dach beschädigen).

Ob und zu welchem Preis man sein Haus gegen Elementarschäden absichern kann, prüft die Versicherung vorab, denn es kommt darauf an, in welcher "Zone" man wohnt, sprich wie weit der nächste Fluss, Bach oder See entfernt ist und wie oft die Region von starken Unwettern betroffen ist, so der Makler. "Gegen diese Gefahren kann man aber auch seinen Hausrat versichern, egal ob man Eigentümer oder Mieter der Immobilie ist." Denn wenn zum Beispiel Wasser in den Keller läuft, sind auch die Sachen vom Schaden betroffen, die zum Hausrat gehören, wie Möbel, Waschmaschine und Vorräte. "Auch wenn sich die Hausratsgegenstände außerhalb des Gebäudes befinden, zum Beispiel auf der Terrasse oder auf dem Balkon, sind diese versichert."

Das Auto schützen

"Sein Fahrzeug kann man ebenfalls gegen Sturm und Hagel versichern. Diese Gefahren sind in der Teilkasko enthalten", sagt Vestner. Wird zum Beispiel ein Auto durch einen umstürzenden Baum oder umherfliegenden Ast beschädigt, meldet man den Schaden seiner KFZ-Versicherung. Dabei werden auch keine "Prozente" belastet, der Vertrag wird deshalb nicht hoch gestuft. Beschädigt eine herabfallende Ziegel eines Nachbarhauses das Auto, so kann man sich an den Eigentümer des Hauses wenden, der dafür in der Regel eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht hat.

Versicherung: Wer zahlt, wenn der Baum umfällt?

Und wenn der eigene Baum im Garten umfällt, dann ist bei aktuelleren Tarifen sowohl das Aufräumen umgestürzter Bäume, als auch die Wiederbepflanzung versichert, wie Hübner berichtet. "Schwieriger ist der Sachverhalt, wenn ein Baum auf das benachbarte Grundstück fällt und dort Schäden anrichtet. Entgegen der verbreiteten Meinung, dass die Haftpflichtversicherung des Eigentümers des umgestürzten Baumes zahlt, ist das nur der Fall, wenn der Baum bereits vermorscht und sturzgefährdet ist", weiß Hübner.

Auch wenn die Beiträge kein Pappenstiel sind: Im Vergleich zu den Schäden, die ein Unwetter anrichten kann und auf denen ein nicht ausreichend versicherter Hauseigentümer sitzen bleibt, sind es Peanuts. "Jeder Hauseigentümer sollte ein Interesse haben, sich vor den an Häufigkeit und Intensität zunehmenden Unwetterereignissen und Stürmen zu schützen", sagt Hübner. Was droht an Wetterkapriolen in Franken?

Hochwasser gibt es in Franken schon immer

Frankenland ist Wasserland, und am Main und seinen Zuflüssen hat es schon immer teils heftige Überflutungen gegeben. Fast regelmäßig traten Hochwasser am Main früher nach der Schneeschmelze auf; mit dem Klimawandel scheint diese Gefahr kleiner geworden zu sein. Jederzeit wiederholen kann sich aber das Magdalenenhochwasser: Im Juli 1342 ließ enormer Regen den Main stärker anschwellen als je zuvor, selbst der Dom in Würzburg stand unter Wasser. Heute droht - das ist kein Widerspruch - die Gefahr vor allem auch an kleinen Bächen und durch die langen Phasen ohne Regen. Wenn es auf trockene Böden schüttet und zugewachsene Bäche das Wasser nicht abführen können, wird aus einem Rinnsal schnell eine Sintflut!

Sturm und Orkane mit 200 Stundenkilometern

Die Orkane, die in fränkischen Wäldern gewütet haben, sind unvergessen: Vivian und Wiebke (1990), Lothar (1999), Kyrill (2007) und Emma (2008) tobten mit Windgeschwindigkeiten von 200 Stundenkilometern und mehr durchs Land. Ein außergewöhnlicher Sturm wurde im Mai 2006 in Unterfranken registriert: Es war ein Tornado, der wohl der höchsten Kategorie zugerechnet werden muss. Der Wirbelsturm bildete sich im Hafenbecken von Schweinfurt und zog Richtung Nordosten; erst nach 50 Kilometern löste er sich auf. Zuvor hatte er Häuser und Scheunen zerstört, die Statue des Regiomontanus' auf dem Marktplatz in Königsberg schwer beschädigt und bei Buch (Gemeinde Theres) so viel Wald gefällt, wie sonst in einem ganzen Jahr eingeschlagen wird.

Blitze können Dachstuhlbrände auslösen

Die elektrische Entladung bei Blitzeinschlägen birgt enorme Gefahren. Bei den jüngsten Gewittern wurden Spaziergänger in Bayreuth von einem Blitz getroffen und schwer verletzt. Tödlich vom Blitz getroffen wurde am 13. Juni ein Mann bei einer Gartenfeier in Sachsen-Anhalt. Gefürchtet ist der Blitz auch als Brandstifter. Oft bleibt das von einem Blitzschlag im Dachstuhl ausgelöste Feuer im Getöse des Gewitters längere Zeit unbemerkt.

Hohes Schadenspotenzial bei Hagel

Von Hagelkörnern wird man zwar nicht erschlagen, das Schadenspotenzial der eisigen Geschosse, die vom Himmel fallen, ist aber enorm. Bauern und Winzer wissen, dass Hagel ganze Ernten vernichten kann. Auch Dachziegel halten den Eisbomben oft nicht stand.

Besonders groß ist der Schaden an Autos: Beim Hagelschlag in München 1984 summierte sich der Schaden auf 1,5 Milliarden Euro. Noch teurer kam die Versicherer eine Serie von Hagelereignissen im Juli 2013 in Baden-Württemberg und Niedersachsen: 2,7 Milliarden Euro. 635 000 Autos wurden in diesem Jahr deutschlandweit durch Hagel demoliert.